07 May 2026, 00:20

10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen

Große Gruppe von Menschen marschiert bei einer Demonstration durch eine Stadtstraße, hält Schilder und Plakate, mit Bäumen, Glasgebäuden und Fahrzeugen auf den Seiten.

10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen

Ein neuer Eintrittspreis von 10 Euro für das Gräfrather Marktfest in Solingen sorgt für Kritik bei örtlichen Seniorenverbänden. Der Solinger Seniorenbeirat warnt, dass die Gebühr viele ältere Bürger ausschließen werde – insbesondere solche, die von Altersarmut betroffen sind. Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen zur Bezahlbarkeit und zum Zugang zu Gemeinschaftsveranstaltungen für benachteiligte Gruppen auf.

Die Arbeitsgruppe gegen Altersarmut, die dem Seniorenbeirat angehört, hat sich gegen die Einführung des Eintrittsgelds ausgesprochen. Die 10 Euro – von denen lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden – seien für Rentner mit festem Einkommen eine zu hohe Hürde, argumentieren die Vertreter. Für viele stelle die Gebühr eine finanzielle Barriere dar und schneide sie von einer langjährigen lokalen Tradition ab.

Die Veranstalter rechtfertigen die Kosten mit steigenden Ausgaben für Sicherheit. Kritiker hinterfragen jedoch, ob die Besucher die volle Last dieser Ausgaben tragen sollten. Der Beirat schlägt Alternativen vor, etwa gestaffelte Preise, Ermäßigungen für Senioren oder eine stärkere städtische Förderung, um das Fest für alle zugänglich zu halten.

Das Marktfest war für ältere Einwohner lange ein wichtiger sozialer Anker, der Begegnungen und Austausch ermöglichte. Ein kostenloser Familientag am Sonntag helfe wenig denen, die allein lebten, gibt der Beirat zu bedenken. Man fürchte, die Gebühr sei ein Zeichen für einen grundlegenden Wandel – weg von einer offenen Veranstaltung hin zu einem Event, das sich nur noch einige leisten könnten.

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Der Streit um das Eintrittsgeld spiegelt tiefere Probleme wider: Armut und Teilhabe in Solingen. Ohne Anpassungen droht das Fest für diejenigen unerschwinglich zu werden, die es am meisten brauchen. Die Forderung des Beirats nach faireren Preisen oder öffentlicher Unterstützung setzt nun Veranstalter und Kommunalpolitik unter Zugzwang.

Quelle