Abschied nach 25 Jahren: Ex-Aviapartner-Mitarbeiter kehren an Düsseldorfer Flughafen zurück
Uta PatbergAbschied nach 25 Jahren: Ex-Aviapartner-Mitarbeiter kehren an Düsseldorfer Flughafen zurück
Ehemalige Mitarbeiter des Dienstleisters Aviapartner kehren am 19. November an den Düsseldorfer Flughafen zurück, um das Ende ihrer fast 25-jährigen Tätigkeit zu würdigen. Der Besuch steht im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Unternehmens, durch den über 100 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren. Die Gewerkschaft ver.di kritisiert sowohl das Vorgehen des Flughafens während des Übergangs als auch die politischen Entscheidungen, die dazu führten.
Aviapartner Düsseldorf beschäftigte einst rund 340 Mitarbeiter und war für die Bodenabfertigung am Flughafen zuständig. Nach der Insolvenz blieb unklar, wie viele genau arbeitslos wurden, doch ver.di bestätigte, dass mindestens 100 Beschäftigte in Düsseldorf betroffen waren. Der Gewerkschaftssekretär Andrej Bill bezeichnete die polizeilich überwachte Räumung der Mitarbeiter vom Gelände als "entwürdigend und beschämend".
Bill machte für die Krise weniger betriebliche Versäumnisse als vielmehr politische Fehlentscheidungen verantwortlich. Er verwies auf die Entscheidung des NRW-Verkehrsministeriums aus dem Jahr 2023, die Lizenzvergabe von zwei auf drei Anbieter auszuweiten – ein Schritt, den ver.di als Störfaktor für einen reibungslosen Übergang ansieht. Der Flughafen hingegen betonte, dass die Änderung der Lizenzregelungen bundesweit geregelt sei und nicht in seiner Verantwortung liege.
Der Flughafen Düsseldorf erkannte zwar den Wunsch der Beschäftigten nach einem würdevollen Abschied an, verwies jedoch auf strenge rechtliche Vorgaben nach der Schließung von Aviapartner. Chaosvorwürfe wies er zurück und versicherte, dass der Flugbetrieb unter dem neuen Dienstleister AAS nun zuverlässig laufe, ohne dass es zu Beeinträchtigungen für Passagiere komme. Unterdessen kündigte ver.di für Dezember eine Jobmesse für die ehemaligen Aviapartner-Mitarbeiter an und kritisierte, dass der Flughafen die Veranstaltung nicht ausrichten wolle.
Das Treffen am 19. November soll den Ex-Beschäftigten die Möglichkeit geben, sich von Kollegen und ihrem Arbeitsplatz zu verabschieden. Mit über 100 verlorenen Arbeitsplätzen und politischen Entscheidungen in der Kritik hält die Nachwehen des Aviapartner-Kollapses weiter an. Die geplante Jobmesse von ver.di soll Arbeitssuchenden Unterstützung bieten.






