08 February 2026, 12:51

AfD-Demo in Münster-Coerde zieht nur 60 Teilnehmer an – 450 protestieren dagegen

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Washington, D.C. am 21. Januar 2020 mit Plakaten und Schildern, einige fahren Fahrräder, Schilder mit Stangen, Bäume und ein klarer blauer Himmel im Hintergrund.

AfD-Demo in Münster-Coerde zieht nur 60 Teilnehmer an – 450 protestieren dagegen

Rechtsextreme Kundgebung der AfD in Münster-Coerde zieht rund 60 Teilnehmer an. Bei einer Demonstration der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) versammelten sich am Samstag in Münster-Coerde etwa 60 Menschen. Gleichzeitig zog eine deutlich größere Gegenkundgebung rund 450 Teilnehmer an, organisiert von lokalen Initiativen, die sich gegen die Politik der Partei stellen. Die Polizei hielt beide Gruppen während der gesamten Veranstaltung strikt voneinander getrennt. An der AfD-Kundgebung nahmen Parteimitglieder und Sympathisanten teil, darunter der 22-jährige Linus, ein Erzieher aus der Nähe Münsters. Er unterstützt die Forderungen der AfD nach schärferen Migrationskontrollen und wirtschaftspolitischen Reformen und argumentiert, Deutschland brauche grundlegende politische Kurswechsel. Gegen den Aufmarsch der AfD formierte sich ein breites Bündnis: Die Initiative 'Keinen Zentimeter den Nazis' und das lokale Netzwerk 'Coerde ist bunt' mobilisierten Anwohner für die Gegenproteste. Eve Lyn Gardias, eine Coerder Bewohnerin und Mitglied von 'Coerde ist bunt', beteiligte sich an der Demonstration und kritisierte die AfD dafür, dass sie Randgruppen für gesellschaftliche Probleme verantwortlich mache, statt praktikable Lösungen anzubieten. Die Wahlbeteiligung in Münster liegt seit Jahren konsequent hoch - bei Bundestags- und Landtagswahlen zwischen 70 und 75 Prozent, und damit über dem Durchschnitt Nordrhein-Westfalens (NRW) von 65 bis 70 Prozent. In Coerde selbst war die Beteiligung mit 72 Prozent bei der Bundestagswahl 2021 sogar noch etwas höher als im Münsterschen Durchschnitt (71 Prozent) oder landesweit in NRW (68 Prozent). Dies spiegelt ein stabiles politisches Klima wider, mit stärkerer Unterstützung für Grüne und SPD als in ländlichen Teilen des Münsterlands, wo die Wahlbeteiligung rückläufig ist. Die Polizei sorgte dafür, dass die beiden Lager getrennt blieben und es zu keinen direkten Auseinandersetzungen kam. Die Gegenkundgebung überflügelte die AfD-Veranstaltung deutlich an Teilnehmerzahl - ein Zeichen für den lokalen Widerstand gegen die Positionen der Partei. Angesichts der weiterhin hohen politischen Mobilisierung in Coerde zeigt sich hier, wie in vielen anderen Regionen, eine klare Tendenz: Die etablierten Parteien finden mehr Zuspruch als rechtsextreme Bewegungen.

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