Apotheker drohen mit Protesten: Warum die Regierung ihre Forderungen ignoriert
Edeltrud WagnerApotheker drohen mit Protesten: Warum die Regierung ihre Forderungen ignoriert
Die Spannungen zwischen deutschen Apothekern und der Bundesregierung haben sich wegen der Bezahlung und Arbeitsbedingungen zugespitzt. Thomas Preis, eine führende Persönlichkeit im Apothekensektor, warnte vor "massiven Aktionen", falls die Forderung nach höheren Festbeträgen ignoriert werde. Der Konflikt folgt auf ein Jahr ergebnisloser Verhandlungen, in dem Ärzte bescheidene Gehaltserhöhungen durchsetzten, während Apotheker gegen Budgetbeschränkungen kämpfen.
Die Bundesregierung hat bisher keine konkreten Maßnahmen vorgelegt, um die festen Vergütungen für Ärzte um rund 1,3 Milliarden Euro zu erhöhen. Stattdessen sehen Tarifvereinbarungen wie der TV-L Ärzte ab dem 1. April 2026 eine Erhöhung um 2,8 Prozent (mindestens 100 Euro) vor. Gleichzeitig steigen die Gebühren für ambulante Leistungen ab dem 1. Januar 2026 um 2,8 Prozent – dies wurde vom Bewertungsausschuss beschlossen. Diese Schritte stehen im Kontrast zu den ungelösten Forderungen des Apothekensektors.
Thomas Preis kritisierte die Entwurfsvorschläge von Gesundheitsministerin Warken, insbesondere die Idee von "Apotheken ohne Apotheker" – ein Konzept, das er entschieden ablehnt. Zwar bezeichnete er die Ministerin als verlässliche Partnerin, betonte jedoch, dass sie Apotheken zu mehr Eigenverantwortung dränge. Preis verwies zudem darauf, dass die ABDA über 40 Überarbeitungsvorschläge eingereicht habe, von denen das Gesundheitsministerium die meisten abgelehnt habe.
Preis erklärte das Ende der "politischen Flitterwochen" für die Schwarz-Rote Koalition und unterstrich, dass die Erhöhung des Festbetrags auf 9,50 Euro unverzichtbar und keine Option sei. Er argumentierte, dass alle anderen Gesundheitsbereiche jährliche Anpassungen aushandelten – Apotheken sollten da keine Ausnahme sein. Mit über 16.000 Apotheken, die eine öffentliche Petition unterstützen, drohte er, den Druck zu erhöhen, falls die Koalition ihre Versprechen nicht einhält.
Der Apothekensektor bereitet weitere Maßnahmen vor, sollten die Verhandlungen nicht vorankommen. Preis machte deutlich, dass jährliche Gebührenanpassungen und ein Festbetrag von 9,50 Euro nicht verhandelbar seien. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, ob der Konflikt eskaliert oder eine Lösung gefunden wird.
