Baden-Baden feiert John Neumeiers Ballettkunst mit exklusivem Festival
Edeltrud WagnerBaden-Baden feiert John Neumeiers Ballettkunst mit exklusivem Festival
Baden-Baden richtet vom 2. bis 12. Oktober das Festival Die Welt des John Neumeier aus. Die Veranstaltung würdigt das Schaffen des gefeierten Choreografen, darunter sein Ballett Nijinsky aus dem Jahr 2000. Eine Sonderausstellung im Stadtmuseum präsentiert Neumeiers Sammlung zu Tanz und Ballett mit Exponaten legendärer Künstler wie Wasslaw Nijinsky und Anna Pawlowa.
Eröffnet wird das Festival mit Neumeiers Nijinsky, einem Werk, das vom Leben des revolutionären Tänzers inspiriert ist. Neumeier bezeichnete Nijinsky als den "größten Visionär der Ballettkunst" und betonte dessen prägenden Einfluss auf die moderne Spitzentanz-Technik. Vor über einem Jahrhundert veränderten Nijinsky und die Ballets Russes die Tanzwelt während ihres Aufenthalts in Baden-Baden – selbst ein Bach-Ballett entstand im Grandhotel Stephanie (heute Brenners Parkhotel & Spa).
Auch Anna Pawlowa, ein weiterer Star der Ballets Russes, hinterließ in der Stadt Spuren. Im August 1913 führte sie in Baden-Baden Der sterbende Schwan auf, doch ihr Besuch wurde von einem öffentlichen Streit mit ihrem Tanzpartner überschattet. Trotz ihres Ruhmes spiegelt Neumeiers Nijinsky keine direkten künstlerischen Einflüsse Pawlowas wider, da sich das Ballett ausschließlich auf Nijinskys Biografie konzentriert.
Den Abschluss bildet Neumeiers Epilog, der vom 10. bis 12. Oktober aufgeführt wird. Parallel zeigen die Ausstellungen im Stadtmuseum seltene Stücke aus Neumeiers Sammlung, darunter Erinnerungsstücke an Pawlowa und Nijinsky.
Das Festival vereint Neumeiers Choreografien, historische Aufführungen und archivarische Kostbarkeiten. Nijinsky und Epilog rahmen die Veranstaltung ein, während die Ausstellung einen vertieften Blick auf die prägenden Figuren des Balletts wirft. Die Verbindung Baden-Badens zu diesen Künstlern bleibt ein zentraler Bestandteil des Programms.






