Bergisch Gladbachs Altstadthäuser: Abriss oder Erhalt im Streit um die Gohrsmühle
Ariane RosenowBergisch Gladbachs Altstadthäuser: Abriss oder Erhalt im Streit um die Gohrsmühle
In Bergisch Gladbach wird aktuell über die Zukunft der Altstadthäuser und des Gebiets um die Gohrsmühle diskutiert. Die Stadt steht vor der Entscheidung, wie sie diesen zentralen Standort zwischen dem Konrad-Adenauer-Platz und der historischen Mühle entwickeln soll. Ein jüngster Vorschlag sieht vor, das Planungsverfahren vorerst in kommunaler Hand zu belassen – und bringt damit die Debatte um Abriss, Erhalt und Investitionen neu in Schwung.
Die Stadtverwaltung Bergisch Gladbach legte einen Plan vor, der eine konzeptionelle Ausschreibung für die weitere Gestaltung des Geländes vorsieht. Dieses Vorgehen würde es der Stadt ermöglichen, zunächst die Grundlagen für ein Entwicklungskonzept zu schaffen, während eine endgültige Entscheidung über den Erhalt von Teilen des Ensembles aufgeschoben würde. Die CDU-Fraktion hingegen bezog nun klar Position für eine fortgesetzte städtische Steuerung – ein Standpunkt, der im Widerspruch zu ihrer früheren Haltung beim Zanders-Gelände steht.
CDU-Chef Metten drängt auf einen zügigen Abriss der Gebäude, um langfristige Leerstände zu vermeiden. Er argumentiert, die Stadt solle zunächst eine bauliche Bestandsanalyse durchführen und den Bedarf klären, bevor in einem städtebaulichen Wettbewerb Ideen von Investoren eingeholt würden. Eine frühe Einbindung von Investoren wird zwar als wichtig erachtet, aber erst, nachdem grundlegende Weichenstellungen getroffen wurden, um den Prozess zu vereinfachen. Die Diskussion weitete sich schnell auf weitergehende städtebauliche Veränderungen aus: Die CDU schlug vor, die Busspur umzuverlegen, den verrohrten Strunde-Bach freizulegen und die Parkdeckfläche an der Schnabelsmühle zu erweitern. Gleichzeitig rücken bei der künftigen Nutzung des Areals Büros und Mikroapartments mit gewerblichen Flächen im Erdgeschoss in den Fokus. Auch das Bundesprogramm „Baukindergeld“ könnte eine Rolle spielen – etwa durch die Ermöglichung eines bis zu zehnstöckigen Wohnhochhauses.
Ziel der Stadt ist es, die Gestaltung dieses zentralen Standortes aktiv mitzuprägen, ohne das Projekt selbst umzusetzen. Die Einbindung von Investoren wird entscheidend sein, doch erst, nachdem Bergisch Gladbach seine Prioritäten klar definiert und die Komplexität reduziert hat. Wie sich das Gebiet zwischen Konrad-Adenauer-Platz und Gohrsmühle in den kommenden Jahren entwickelt, wird maßgeblich von diesen Weichenstellungen abhängen.
