Bergisch Gladbachs Kita-Krise: Trotz weniger Kinder fehlen über 200 Betreuungsplätze
Edeltrud WagnerBergisch Gladbachs Kita-Krise: Trotz weniger Kinder fehlen über 200 Betreuungsplätze
Bergisch Gladbach kämpft trotz sinkender Geburtenraten mit Kita-Platzmangel in der Urlaubszeit
Die Stadt Bergisch Gladbach kommt trotz rückläufiger Geburtenzahlen bei der Bereitstellung von Betreuungsplätzen nicht nach. Aktuell fehlen 100 Plätze für Kinder über drei Jahre und 116 für unter Zweijährige. Die Verwaltung hat neue Projekte vorerst gestoppt, um sich auf die Fertigstellung von drei bestehenden Einrichtungen zu konzentrieren – doch die Verzögerungen reißen nicht ab.
Die am weitesten fortgeschrittene Einrichtung, die Kita Schulstraße im Stadtteil Sand, soll im September eröffnet werden – mit eineinhalb Jahren Verspätung. Die Gesamtkapazität für das kommende Kindergartenjahr ist auf 4.221 Plätze gesunken, nach einer ursprünglichen Prognose von 4.266 im Vorjahr. Gründe für den Rückgang sind zähe Bauarbeiten sowie einige Kitas, die ihre Platzzahlen reduzierten, um die Betreuungsqualität zu verbessern.
Vier Not-Kitas wurden zwar genehmigt, doch alle vier Projekte liegen deutlich hinter dem Zeitplan. Die Stadtverwaltung warnt vor möglichen Klagen von Eltern, deren Kinder keinen Platz erhalten. Personalmangel hat zudem zu verkürzten Öffnungszeiten und vorübergehenden Schließungen in einigen Einrichtungen geführt.
Ursprünglich sollte das Platzangebot um 333 Betreuungsplätze erweitert werden, vor allem für Kinder über drei Jahre. Doch die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage bleibt groß – und für die drängendsten Engpässe ist keine Entspannung in Sicht.
Die Bemühungen der Stadt, die Kita-Kapazitäten auszubauen, stocken wegen Bauverzögerungen und Personalproblemen. Da es weniger Plätze gibt als im Vorjahr, setzt die Verwaltung nun auf die Fertigstellung laufender Projekte. Für Eltern könnte sich die Situation weiter verschärfen, denn rechtliche Auseinandersetzungen und eingeschränkte Betreuungsangebote zeichnen sich ab.
