28 January 2026, 02:29

Bewegende Gedenkfeier in Willich erinnert an NS-Opfer aus der Region

Ein steinernes Gebäude mit einem Fenster und einer Gedenktafel für die Opfer des Holocaust, mit eingravierter Inschrift.

Bewegende Gedenkfeier in Willich erinnert an NS-Opfer aus der Region

In Willich fand eine bewegende Gedenkveranstaltung statt, um an die lokalen Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Organisiert von Schülerinnen und Schülern der 10. und 13. Jahrgangsstufe, umfasste die Zusammenkunft Gebete, Musik und eine Kranzniederlegung. Zudem hielten Schulvertreter, Politiker sowie ein Vertreter der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf Reden.

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Die Veranstaltung begann in der Schneekapelle mit einem von Religionslehrer Pierre Hein geleiteten Gebetsgottesdienst. Im Mittelpunkt stand das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das Hein mit Mitgefühl und Verantwortung in Verbindung setzte. Anschließend begaben sich die Teilnehmer zum Holocaust-Mahnmal, wo eine Kranzniederlegung stattfand.

Die Schüler hatten Transparente vorbereitet, auf denen die Namen lokaler Opfer zu lesen waren, darunter Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach, die Familie Schönewald, Chaim Werner Rübsteck und Cäcilie Wolff. Diese Namen wurden während der Gedenkfeier deutlich sichtbar präsentiert. Im Anschluss verlegte sich die Zeremonie ins Pädagogische Zentrum der Schule, wo Marc Riedl eine Klavierversion von Bodo Wartkes Lied Das Land, in dem ich leben will darbot.

Schulleiterin Andrea Großkraumbach betonte in ihrer Rede die Bedeutung von Bildung im Kampf gegen Vorurteile. Sie warnte vor dem Erstarken von Antisemitismus, Rassismus und Feindseligkeit in der Gesellschaft. Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf zog eine Linie von der Befreiung Auschwitz' bis zum heutigen Antisemitismus und rief die Schüler dazu auf, wachsam zu bleiben und aktiv zu werden.

Willichs Bürgermeister Christian Pakusch kritisierte rechtsextreme Politiker, die den Holocaust verharmlosten. Zudem äußerte er sich besorgt über aktuelle politische Entwicklungen in den USA. Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Betrachtung von Roll-up-Displays, die über das Schicksal der ermordeten jüdischen Bewohner Willichs informierten.

Die Organisatoren Sandra Schwab, Leonie Coun und Christoph Riedl – alle engagiert bei Fridays for Future – halfen bei der Koordination der Veranstaltung. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kirche schlossen sich den Schülern an, um gemeinsam der Opfer zu gedenken.

Die Gedenkfeier brachte Schüler, Amtsträger und Bürger zusammen, um über die Vergangenheit nachzudenken. Gleichzeitig lenkte sie den Blick auf die anhaltenden Herausforderungen im Kampf gegen Vorurteile und Intoleranz. Die Ausstellungen, Reden und musikalischen Beiträge unterstrichen die Notwendigkeit von Bildung und Verantwortung.