02 February 2026, 06:32

Brandenburg feiert den Auftakt der Karnevalssaison 2024 mit neuen Traditionen

Eine Menschenmenge steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin, Deutschland, viele tragen Mützen und Taschen, einige halten Schilder, mit den Säulen und Statuen des Tors im Hintergrund und Gebäuden mit Fenstern und einem dunklen Himmel.

Rathäuser gestürmt - Karneval in Brandenburg beginnt - Brandenburg feiert den Auftakt der Karnevalssaison 2024 mit neuen Traditionen

Die Karnevalssaison 2024 in Brandenburg hat offiziell mit Feierlichkeiten in der gesamten Region begonnen. Rund 150 Menschen versammelten sich am Rathaus Babelsberg, da das Potsdamer Rathaus wegen Renovierungsarbeiten geschlossen bleibt. Lokale Vertreter markierten den Anlass mit der symbolischen Übergabe von Schlüsseln an Karnevalsvereine – ein Zeichen für den Start der Festlichkeiten.

Bei der Veranstaltung in Babelsberg übergab Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel die zeremoniellen Schlüssel an die Jecken, während Cottbus' Oberbürgermeister Tobias Schick dasselbe für das Prinzenpaar seiner Stadt tat. Diese Bräuche, die in Ostdeutschland noch vergleichsweise jung sind, spiegeln eine wachsende Begeisterung für die Karnevalskultur seit den 1990er-Jahren wider.

Karneval in Deutschland ist regional sehr unterschiedlich geprägt. Im Rheinland veranstalten Städte wie Köln und Düsseldorf prunkvolle Umzüge, bei denen das "Dreigestirn" (Prinz, Bauer, Jungfrau) und die "Kamelle"-Süßigkeiten ins Publikum geworfen werden. In süddeutschen Regionen wie Schwaben steht die Fastnacht mit mittelalterlich anmutenden Masken und Ritualen im Mittelpunkt. Ostdeutsche Städte wie Dresden verbinden dagegen Musik, Theater und Publikumseinbindung zu einem modernen, künstlerischen Ansatz.

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Fred Witschel, Präsident des Berlin-Brandenburgischen Karnevalsverbands, betonte, wie diese Feiern Freude und Leichtigkeit in die Gemeinden bringen. Gleichzeitig wird weiterhin über kulturelle Aneignung, Inklusion und einen respektvollen Umgang mit Karnevalstraditionen diskutiert.

Die Karnevalsbräuche in Ostdeutschland, die unter dem Sozialismus unterdrückt wurden, erleben seit der Wiedervereinigung eine Renaissance. Der Dresdner Karneval etwa startete um 2006 als unkonventionelle, kunstorientierte Veranstaltung. Die regionalen Traditionen wurden inzwischen für eine Anerkennung als immaterielles Kulturerbe eingereicht.

In dieser Karnevalssaison 2024 wird Brandenburg ein Mix aus alten und neuen Bräuchen erleben – von großen Umzügen bis zu lokalen Vereinsfesten. Im Mittelpunkt stehen Gemeinschaft, Kreativität und kulturelle Reflexion. Eine offizielle Anerkennung der ostdeutschen Traditionen könnte dazu beitragen, diese sich wandelnden Praktiken weiter zu bewahren.