Bundesbank plant Fünf-Cent-Rundung für Bargeld ab 2026
Die deutsche Bundesbank schlägt vor, Bargeldzahlungen künftig auf volle fünf Cent zu runden. Mit der Maßnahme sollen die Kosten für die Herstellung und Handhabung von Kleingeld gesenkt werden. Falls der Vorschlag angenommen wird, könnte die Änderung ab März 2026 in Kraft treten – und Deutschland damit an mehrere andere EU-Länder angleichen, die bereits ähnliche Systeme nutzen.
Die Idee stößt in der Bevölkerung auf breite Zustimmung: 56 Prozent der Deutschen unterstützen den Plan. Supermärkte in Nordrhein-Westfalen haben bereits ein vergleichbares Modell getestet, bei dem Kunden ihre Rechnungsbeträge auf volle zehn Cent aufrunden können, um den Differenzbetrag an gemeinnützige Organisationen zu spenden.
Das Vorhaben der Bundesbank ist kein Novum. Bereits vor einem Jahr hatte das Nationale Bargeldforum über die Abschaffung der Ein- und Zweicent-Münzen diskutiert, da deren Produktion und Transport besonders teuer sind. Nach der vorgeschlagenen Regelung würde ein Einkauf über 3,99 Euro im Barzahlungsverkehr auf 4,00 Euro aufgerundet, während 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würden.
Mehrere europäische Länder wenden bereits Rundungsregeln an. Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland runden Bargeldzahlungen auf volle fünf Cent. Bis März 2026 werden fünf EU-Staaten – Belgien, Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Irland – entsprechende gesetzliche Regelungen eingeführt haben. Belgien und Irland runden dabei jeweils auf oder ab, während Frankreich, Deutschland und die Niederlande Beträge zwischen einem und zwei Cent auf- und zwischen drei und vier Cent abrunden, mit leichten Unterschieden in der praktischen Umsetzung.
Trotz dieser Anpassungen hat bisher kein Land die Ein- und Zweicent-Münzen vollständig abgeschafft. Ein vollständiges Verbot würde eine Entscheidung auf EU-Ebene erfordern und könnte nicht allein auf nationaler Ebene umgesetzt werden.
Der Plan der Bundesbank zielt darauf ab, den Umgang mit Kleingeld zu reduzieren, ohne es komplett aus dem Verkehr zu ziehen. Sollte die Regelung kommen, würde Deutschland zu den wachsenden Reihen der EU-Staaten gehören, die Bargeldtransaktionen vereinfachen. Die Umstellung könnte die Kosten für Unternehmen und Banken senken, ohne die Bequemlichkeit für Verbraucher einzuschränken.






