Bürgereinleitung setzt sich gegen die Erweiterung der Eiserne Rijn Brief an den Leiter der Bahn
Uta PatbergBürgereinleitung setzt sich gegen die Erweiterung der Eiserne Rijn Brief an den Leiter der Bahn
Bürgerinitiative wehrt sich gegen Ausbau der „Eisernen Rhein“-Strecke – Offener Brief an Bahnchefin
Bürgerprotest gegen massiven Schienenausbau: Über 70 Züge täglich drohen – Initiative „Eiserner Rhein 2.0 – Lebenswertes Wegberg“ geht in die nächste Runde
4. Dezember 2025, 11:59 Uhr
Eine Wegberger Bürgerinitiative stemmt sich gegen Pläne zum Ausbau zweier Eisenbahnstrecken, die täglich mehr als 70 Personenzüge durch die Region bringen könnten. Die Gruppe „Eiserner Rhein 2.0 – Lebenswertes Wegberg“ warnt, die Vorhaben gefährdeten sowohl die Lebensqualität der Anwohner als auch geschützte Naturgebiete. Ihr Widerstand kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die niederländische Regierung eine Reaktivierung der historischen „Eisernen Rhein“-Trasse durch den Nationalpark De Meinweg bereits ausgeschlossen hat.
Kritisch sieht die Initiative die geplanten Aufwertungen der Strecken Mönchengladbach–Wegberg–Roermond und Elmpt–Arsbeck. Beide Projekte sind nicht im deutschen Bundesverkehrswegeplan 2030 verankert, was Fragen zur Finanzierung aufwirft. Stattdessen tauchen sie lediglich im weniger verbindlichen Zielnetz 2032/2040 auf – und zwar nur unter der Voraussetzung einer künftigen niederländischen Zusammenarbeit, die bisher ungewiss bleibt.
In Schreiben an DB-Chefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Schnieder fordert die Initiative nun Aufklärung. Die Verwendung von Steuergeldern für nicht priorisierte Strecken widerspreche den strengen Förderrichtlinien, argumentieren die Aktivisten. Zudem verweisen sie auf ökologische Risiken: Die Trassen durchqueren den Naturpark Maas-Schwalm-Nette, in dem gesetzlich geschützte Lebensräume liegen. Ob die Strecken überhaupt Teil des beschleunigten Infrastrukturgesetzes sind, das der Bund im Dezember 2025 verabschiedet hat, ist bisher nicht bestätigt. Ohne niederländische Unterstützung oder klare bundesdeutsche Rückendeckung stehen die Projekte vor erheblichen Hürden.
Im Mittelpunkt der Proteste stehen Lärmbelastung, Umweltverschmutzung und ökologische Schäden durch den erhöhten Schienenverkehr. Da die Strecken in der aktuellen Verkehrsstrategie der Bundesregierung keine feste Planungssicherheit haben, bleibt ihre Zukunft ungewiss. Die Initiative drängt weiterhin auf Antworten, wie die Ausbaumaßnahmen unter den geltenden Vorschriften überhaupt umsetzbar wären.
