02 January 2026, 02:48

Coca-Cola-Chef kritisiert Deutschlands Bürokratie – doch das Unternehmen bleibt

Drei Coca-Cola-Flaschen auf einem Tuch gedruckt.

Coca-Cola-Chef kritisiert Deutschlands Bürokratie – doch das Unternehmen bleibt

John Galvin, der Deutschland-Chef von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP), hat sich kritisch zum schwierigen Wirtschaftsklima in Deutschland geäußert. Er nannte übermäßige Bürokratie, steigende Kosten und langsame Genehmigungsverfahren als zentrale Investitionshemmnisse. Trotz dieser Kritik betonte Galvin, dass CCEP weiterhin zu Deutschland stehe und keine Pläne habe, die Produktion ins Ausland zu verlagern.

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CCEP, das Marken wie Coca-Cola, Fanta und Sprite vertritt, betreibt in Deutschland 24 Standorte und beschäftigt rund 6.100 Mitarbeiter. Das Unternehmen verkauft jährlich etwa 4,1 Milliarden Liter Getränke. Doch selbst kleine Projekte entwickelten sich oft zu zähen Kraftakten – bedingt durch zuständige Behörden mit überschneidenden Kompetenzen und komplizierte Vorschriften.

Er beschrieb eine Kultur, in der Beamte eher auf Regelkonformität als auf die Unterstützung von Unternehmen achten würden. Explodierende Strompreise, hohe Löhne und eine gestiegene Krankheitsquote belasteten die Finanzen zusätzlich. Zwar habe Bundeskanzler Friedrich Merz versprochen, die Bürokratie abzubauen, doch die Wirtschaft erwarte nun konkrete Taten. Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Bürokratie zu entlasten, darunter die Bürokratieentlastungsgesetze in den Jahren 2023 und 2024. Diese Reformen zielen darauf ab, Meldepflichten zu vereinfachen, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Prozesse zu digitalisieren. Weitere Gesetze wie das Wachstumschancengesetz und das Vereinfachungsgesetz sollen Steuererleichterungen und schnellere Verwaltungsabläufe bringen. Das Ziel: Bis 2025 sollen 30 Milliarden Euro an Bürokratiekosten eingespart und der digitale Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen verbessert werden.

BDI-Präsident Peter Leibinger unterstützte Galvins Kritik und sprach von der schwersten Wirtschaftskrise Deutschlands seit Gründung der Bundesrepublik.

Galvins Äußerungen unterstreichen den Druck, unter dem deutsche Unternehmen durch regulatorische Hürden und steigende Ausgaben stehen. Zwar hat die Regierung Reformen auf den Weg gebracht, um die Bürokratie zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken – doch die Unternehmen warten auf spürbare Fortschritte. Ob CCEP langfristig in Deutschland bleibt, wird davon abhängen, ob diese Veränderungen in der Praxis wirken.