16 January 2026, 12:08

Das mysteriöse Tölzer Zauberbuch und Münchens spektakuläre Gefängnisfluchten

Ein aufgeschlagenes Buch mit schwarzem Hintergrund zeigt eine Seite aus einem Manuskript des 15. Jahrhunderts mit roter und schwarzer Schrift.

Das mysteriöse Tölzer Zauberbuch und Münchens spektakuläre Gefängnisfluchten

Ein jahrhundertealtes Manuskript, das mit einer kühnen Münchner Gefängnisflucht in Verbindung gebracht wird, ist in den Münchner Archiven wiederaufgetaucht. Dr. Christoph Bachmann, der Leiter des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München, hat das als Tölzer Zauberbuch bekannte Dokument kürzlich in einem neuen Fachartikel untersucht. Erstmals sorgte die Handschrift 1704 für Aufsehen, als Anna Catharina Horsch, auch Zauber-Eva genannt, mit ihren Zaubersprüchen aus dem Münchner Gefängnis von Bad Tölz floh. Indem sie Passagen aus dem Buch rezitierte, soll sie ihre Zelle geöffnet und die Flucht gewagt haben. Später half derselbe Text einem Mann aus Lenggries, sich aus der Haft zu befreien – und festigte so den mysteriösen Ruf des Werks. Dr. Bachmann, ein 62-jähriger Münchner Historiker, forscht seit Jahrzehnten zu ungewöhnlichen Münchner Kriminalfällen. Seine aktuelle Arbeit widmet sich diesem Zauberbuch, das Teil des gewaltigen 55 Kilometer langen Archivbestands ist. Die Einrichtung setzt auf Digitalisierung, um der Öffentlichkeit Zugang zu seltenen Dokumenten wie diesem zu ermöglichen. Über den volkskundlichen Reiz hinaus gibt das Manuskript Einblicke in die Glaubenswelt des frühen 18. Jahrhunderts. Bachmanns Artikel rekonstruiert seine Herkunft und die historischen Fluchten, die mit seinen Zaubern verbunden sind. Seine früheren Veröffentlichungen decken ein breites Spektrum bayerischer Geschichte ab, doch diese Entdeckung sticht durch die Verbindung von Verbrechen und Legende besonders hervor. Das Tölzer Zauberbuch bleibt einer der faszinierendsten Funde des Münchner Archivs. Bachmanns Forschung beleuchtet seine Rolle bei zwei spektakulären Münchner Fluchten, während die Digitalisierung das Dokument bald einem größeren Publikum zugänglich machen wird. Die Mischung aus Magie und Münchner Kriminalgeschichte übt weiterhin eine besondere Faszination auf Forscher und die Öffentlichkeit aus.

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