Das plötzliche Aus der Bildzeitung: 30 Journalisten vor der Tür – und eine Region ohne Stimme
Edeltrud WagnerDas plötzliche Aus der Bildzeitung: 30 Journalisten vor der Tür – und eine Region ohne Stimme
Die Zeitung Tagesschau wird am 1. April 2026 eingestellt und beendet damit ihre lange Tradition im Regionaljournalismus. Die Ankündigung, die Chefreporter und stellvertretender Chefredakteur Daniel Überall auf LinkedIn teilte, setzt seinem Wirken ein abruptes Ende – und lässt rund 30 fest angestellte Mitarbeiter vor der Entlassung stehen.
Überall hatte gehofft, bei der Tagesschau eine langfristige Karriere aufzubauen und übernahm dort Führungsverantwortung als Chefreporter und stellvertretender Chefredakteur. Doch die plötzliche Schließung der Zeitung zwingt ihn nun, öffentlich nach einer neuen Position in Köln, dem Rheinland oder dem gesamten Nordrhein-Westfalen zu suchen. Seine Jobsuche spiegelt die wachsende Instabilität im lokalen Mediensektor wider, in dem traditionelle Verlage zunehmend schrumpfen.
Der Verlag Heinen Verlag hat den 30 betroffenen Festangestellten in der Redaktion Bildzeitung zugesichert. Die Verträge laufen am 31. März 2026 aus, wobei sich einige Kündigungsfristen bis Ende des Jahres erstrecken könnten. Zwar plant die Muttergesellschaft DuMont, mehr als 30 neue Stellen im Online-Journalismus zu schaffen, doch direkte Unterstützung – etwa in Form von Versetzungen – wurde den aktuellen Mitarbeitern nicht angeboten.
Journalistengewerkschaften kritisieren sowohl Heinen als auch DuMont scharf für die Entlassungen und werfen ihnen vor, damit die Medienvielfalt zu untergraben. Überall bezeichnete sich selbst als "zutiefst betroffen" von der Schließung und verwies auf seine persönliche Enttäuschung, die Auswirkungen auf sein Team sowie den Verlust für die regionale Berichterstattung insgesamt.
Die Einstellung der Bildzeitung tritt Anfang 2026 in Kraft und beendet Überalls Zeit bei der Zeitung vorzeitig. Mit Abfindungsvereinbarungen, aber ohne garantierte Perspektiven, sehen sich die betroffenen Mitarbeiter nun einem unsicheren Arbeitsmarkt gegenüber. Die Entwicklungen deuten auf einen anhaltenden Wandel weg vom Printjournalismus in der Region hin.
