Deutsche Telekom setzt auf Glasfaserausbau und Digitalisierung trotz steigender Kosten und geopolitischer Risiken
Ariane RosenowDeutsche Telekom setzt auf Glasfaserausbau und Digitalisierung trotz steigender Kosten und geopolitischer Risiken
Deutsche Telekom präsentiert ehrgeizige Wachstums- und Digitalisierungspläne auf der Pressekonferenz zu den Finanzzahlen 2025
Auf der Pressekonferenz zu den Finanzzahlen für 2025 hat die Deutsche Telekom ihre ambitionierten Pläne für Wachstum und digitale Transformation dargelegt. Das Unternehmen verzeichnete ein starkes Umsatzwachstum im Dienstleistungsbereich in Europa, muss sich jedoch gleichzeitig mit steigenden Kosten und geopolitischen Spannungen auseinandersetzen. Ein erweitertes Führungsteam stellte Strategien vor, um die Geschäftsprozesse zu straffen und den Ausbau von Glasfasernetzen in der Region voranzutreiben.
An der Konferenz nahmen prominente Vertreter teil, darunter Vorstandsvorsitzender Timotheus Höttges, Finanzvorstand Christian P. Illek sowie die Bereichsleiter Dominique Leroy (Europa) und Rodrigo Diehl (Telekom Deutschland). Höttges kündigte Vertragsverlängerungen für die Vorstände Thorsten Langheim und Dr. Ferri Abolhassan an und dankte den Mitarbeitenden für ihre Leistungen in einem schwierigen Jahr. Gleichzeitig kritisierte er die geopolitischen Spannungen sowie den Digital Networks Act der EU, die den Geschäftsbetrieb erschweren würden.
Diehl gab bekannt, dass die App "MeinMagenta" künftig als zentrale Plattform für die Kundeninteraktion dienen soll – mit dem Ziel, 70 Prozent der Vertragsverlängerungen über dieses Portal abzuwickeln. Zudem setzt das Unternehmen auf die Stärkung der Hauptmarke "Telekom" im Mobilfunkbereich und verzeichnet Wachstum bei Geschäfts-, Privat- und preisbewussten Kunden, unter anderem über die Tochtermarken "congstar" und "fraenk".
Im Infrastrukturbereich verwies Leroy auf ein Plus von 3,9 Prozent bei den Dienstleistungsumsätzen in Europa sowie auf 1,1 Millionen neue Glasfaseranschlüsse. Diehl ergänzte, dass 2025 fast 600.000 neue Glasfaserkunden gewonnen wurden – bis 2027 soll diese Zahl auf eine Million steigen, mit besonderem Fokus auf ländliche Haushalte und Mehrfamilienhäuser. Verbraucherschützer äußerten jedoch Bedenken wegen Verzögerungen bei der Glasfaserinstallation und einer Zunahme unangekündigter Haustürgeschäfte.
Um die Effizienz zu steigern, startete das Unternehmen die Initiative "T-Style", die Bürokratie abbauen und die Zusammenarbeit fördern soll. Trotz dieser Maßnahmen sieht sich die Deutsche Telekom mit steigenden Kosten in den Bereichen Energie, Steuern, Löhne und Gemeinkosten konfrontiert – hinzu kommen Wettbewerbsdruck, Probleme mit Satellitendiensten sowie operative Störungen wie Stromausfälle und Sabotageakte.
Trotz der herausfordernden wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen treibt die Deutsche Telekom ihre digitale Expansion und operative Verbesserungen voran. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Glasfasernetze, die Optimierung des Kundenservice über die App sowie die Straffung interner Abläufe. Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund steigender Kosten und externer Belastungen in der Telekommunikationsbranche.
