Dokumentarfilm über Robert Habeck löst Debatte um Steuergeld-Vergabe aus
Wieslaw JähnDokumentarfilm über Robert Habeck löst Debatte um Steuergeld-Vergabe aus
Ein neuer Dokumentarfilm über den ehemaligen deutschen Vizekanzler Robert Habeck hat scharfe Kritik ausgelöst. Der unter dem Titel 'Jetzt. Wohin?' veröffentlichte Film erhielt öffentliche Fördergelder in Höhe von über 270.000 Euro aus mehreren Quellen. Kritiker fragen nun, ob Steuergelder Projekte unterstützen sollten, die sich auf einzelne Politiker konzentrieren.
Der Film begleitet Habecks Wahlkampf für die Bundestagswahl 2025 sowie die Umfrageprobleme seiner Partei. Der seit der Veröffentlichung online gestellte Trailer wurde auf YouTube bereits 20.000 Mal aufgerufen. Habeck selbst hat nach eigenen Angaben kein Honorar für das Projekt erhalten.
Die öffentlichen Mittel stammen von drei Institutionen: dem Deutschen Filmförderfonds, der Filmförderungsanstalt (FFA) und der Film- und Medienstiftung NRW. Letztere hat der Produktionsfirma Constantin Film seit 2011 insgesamt 13 Millionen Euro an Subventionen gewährt. Diese Enthüllungen haben Vorwürfe der Vetternwirtschaft im deutschen Filmsubventionssystem befeuert.
Die Kontroverse hat vor allem rechtspopulistische Politiker und Kommentatoren empört. Einige, wie der Unternehmer Rainer Zitelmann, fordern nun die vollständige Abschaffung aller Filmförderungen. Andere stufen den Dokumentarfilm als 'reinen Personenkult' ein und argumentieren, er diene keinem öffentlichen Interesse.
Die Debatte zeigt, wie stark die Vergabe öffentlicher Gelder in der deutschen Filmbranche zunehmend unter die Lupe genommen wird. Angesichts von 270.793,95 Euro für einen einzigen politischen Dokumentarfilm wächst der Druck auf strengere Kontrollen. Die Folgen könnten künftige Entscheidungen über staatlich geförderte Medienprojekte beeinflussen.
