Dürrs Forderung: Deutschtests für Vierjährige vor der Einschulung – doch nur fünf Bundesländer handeln
Uta PatbergDürrs Forderung: Deutschtests für Vierjährige vor der Einschulung – doch nur fünf Bundesländer handeln
FDP-Chef Christian Dürr fordert verbindliche Deutschtests für alle Vierjährigen vor der Einschulung. Sein Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem erst fünf der 16 Bundesländer konkrete Pläne für solche Sprachstandserhebungen eingeführt haben. Dürr warnt, dass mangelnde Sprachkenntnisse Schulen bundesweit zwingen, die akademischen Anforderungen zu senken.
Laut Dürrs Vorschlag müssten Kinder einen Deutschtest bestehen, um eingeschult zu werden. Wer durchfällt, erhielte verpflichtende Sprachförderung und müsste eine zweite Überprüfung absolvieren. Er argumentiert, dass die meisten Vierjährigen bereits gut Deutsch sprächen – die Tests seien daher sowohl machbar als auch notwendig.
Dürr kritisierte Nordrhein-Westfalen scharf, wo eine Regelung diskutiert wird, die es Schülern erlaubt, Schulaufgaben in ihrer Muttersprache zu erledigen. Auch Niedersachsen verurteilte er für den Verzicht auf schriftliche Division im Lehrplan und behauptete, die Maßnahme diene lediglich als Ausgleich für Schüler mit Sprachdefiziten.
Der Politiker betonte, dass unzureichende Deutschkenntnisse im frühen Alter die gesamte Schullaufbahn von Kindern beeinträchtigen könnten. Ohne Gegenmaßnahmen, so Dürr, würden die Bundesländer weiterhin ihre Lehrpläne vereinfachen – auf Kosten des Bildungsniveaus.
Stand Februar 2026 haben elf Bundesländer noch immer keine verbindlichen Pläne für vorschulische Sprachtests. Dürrs Forderung nach flächendeckenden Überprüfungen zielt darauf ab, Defizite in der Deutschkompetenz zu schließen, bevor Kinder den Unterricht besuchen. Seine Warnungen zeigen, wie Sprachmängel in einigen Regionen bereits jetzt die Lehrinhalte verändern.
