Düsseldorf gedenkt 25 Jahre nach den antisemitischen Anschlägen von 2000
Uta PatbergDüsseldorf gedenkt 25 Jahre nach den antisemitischen Anschlägen von 2000
Vor 25 Jahren wurde Düsseldorf innerhalb weniger Monate von zwei gewalttätigen antisemitischen Anschlägen erschüttert. Der erste ereignete sich im Juli 2000 am S-Bahnhof Wehrhahn, bei dem zehn Menschen verletzt wurden. Anfang Oktober folgte dann ein Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge – eine Tat, die später als Racheakt für die tödlichen Schüsse in Gaza eingestuft wurde.
In dieser Woche gedenkt die jüdische Gemeinde sowohl des Jahrestags des Synagogenanschlags als auch der Opfer des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023.
Der erste Anschlag geschah am 27. Juli 2000, als eine Bombe am S-Bahnhof Wehrhahn explodierte. Zehn Menschen wurden verletzt, darunter sechs Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Eine schwangere Frau verlor durch die Explosion ihr ungeborenes Kind. Die Polizei nahm 2017 einen Verdächtigen fest, doch wurde er im folgenden Jahr mangels Beweisen freigesprochen. Der Fall bleibt bis heute ungeklärt.
Weniger als drei Monate später, in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober, zündeten Brandstifter die Düsseldorfer Synagoge an. Das Feuer richtete erheblichen Sachschaden an, doch es gab keine Verletzten. Die Ermittler stellten später fest, dass der Anschlag eine Vergeltung für die Tötung eines palästinensischen Jugendlichen durch israelische Soldaten im Gazastreifen war. 2001 wurden zwei Männer wegen ihrer Beteiligung an dem Brandanschlag verurteilt.
Die Anschläge lösten landesweit Empörung aus. Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte die Synagoge und rief zu einem „Aufstand der Anständigen“ gegen Antisemitismus auf. In den folgenden Wochen beteiligten sich tausende Menschen in ganz Deutschland an Solidaritätskundgebungen und Kerzenmärschen für die jüdische Gemeinde.
Trotz verschärfter Sicherheitsmaßnahmen seit dem Jahr 2000 vermeiden es viele jüdische Bürgerinnen und Bürger bis heute, sich außerhalb geschützter Bereiche offen als jüdisch zu erkennen zu geben. Die Angst vor Antisemitismus prägt weiterhin den Alltag der Gemeinde – selbst Jahrzehnte nach den Anschlägen.
Die dieswöchigen Gedenkveranstaltungen erinnern an die Opfer der Anschläge von 2000 sowie des Hamas-Angriffs von 2023. Die Ereignisse in Düsseldorf bleiben eine schmerzhafte Mahnung an die anhaltenden Bedrohungen, denen jüdische Gemeinden ausgesetzt sind. Zwar wurden zwei Täter für den Brandanschlag auf die Synagoge verurteilt, doch der Bombenanschlag am Wehrhahn bleibt ungesühnt – und wirft weiterhin Fragen auf.






