Ernie und Bert erobern Hamburgs Ampeln zum 50. Jubiläum der Sesamstraße
Uta PatbergAmpelmännchen im neuen Licht - Sesame Street Duo in Hamburg - Ernie und Bert erobern Hamburgs Ampeln zum 50. Jubiläum der Sesamstraße
Hamburg feiert 50 Jahre Sesamstraße mit zwei neuen Ampelmännchen
Ab heute begrüßen Ernie und Bert Fußgänger in Hamburg an zwei Ampeln. Die verspielten Figuren sind Teil eines wachsenden Trends zu ausgefallenen Verkehrsschildern in ganz Deutschland.
Die offiziellen Enthüllungen finden an den Kreuzungen Hugh-Greene-Weg/Julius-Vosseler-Straße in Lokstedt und Rothenbaumchaussee/Oberstraße in Harvestehude statt. Der NDR, der seit 1972 die deutsche Fassung der Sesamstraße produziert, steht hinter der Initiative.
Ab Dienstag leiten Ernie und Bert die Fußgänger: Ernies grüne Figur gibt das Signal zum Gehen, während Berts rote Figur "Stopp" bedeutet. Zur Einweihung werden NDR-Intendant Hendrik Lünenborg und Bernhard Gloeggler, Geschäftsführer von Sesame Workshop Europe, erwartet.
Hamburgs Ampeln zeigen bereits andere ungewöhnliche Motive. In der Nähe des Wikinger-Museums Haithabu weist etwa ein Krieger mit Helm, Axt und Schild den Weg. Die Stadt folgt damit einem bundesweiten Trend, bei dem Standard-Ampelmännchen durch lokale Symbole ersetzt werden.
In Emden springt eine Silhouette des Komikers Otto Waalkes über die Ampel, um Fußgängern das Überqueren anzuzeigen. Schwerins Signale zeigen den Petermann-Geist mit Laterne, der auf das historische Schloss verweist, in dem der Landtag tagt. Auch andere Städte setzen auf Kreativität: Bremen zeigt die Stadtmusikanten, Hannover die Mainzelmännchen des ZDF, und Hildesheim sorgte einst mit Ampelfiguren gleichgeschlechtlicher Paare für Diskussionen. Ein Gericht wies später Beschwerden ab – es sah keine Rechtsverletzung.
Die neuen Ernie-und-Bert-Ampeln sind Hamburgs jüngster Beitrag zu Deutschlands verspielter Verkehrskultur. Die Figuren bleiben an ihren beiden Standorten und reihen sich ein in die lange Liste regionaler Motive. Das Projekt zeigt, wie Städte Alltagsinfrastruktur nutzen, um lokale Kultur und Geschichte widerzuspiegeln.
