09 February 2026, 18:30

Europas Energiewende: Wie LNG-Nachfrage und Kapazitätsmarkt Deutschland verändern

Ein Diagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Beschriftung "Brennstoffpreise in den Vereinigten Staaten" und zwei Linien, einer blauen und einer grünen, die die Brennstoffpreisentwicklung über die Zeit zeigen.

Europas Energiewende: Wie LNG-Nachfrage und Kapazitätsmarkt Deutschland verändern

Europas Energiesektor steht vor tiefgreifenden Veränderungen, während sich die Märkte an neue Versorgungsherausforderungen und politische Weichenstellungen anpassen. Die E-world, Europas größte Energiefachmesse, bringt vom 10. bis 12. Februar 2023 in Essen über 900 Akteure zusammen, um diese Entwicklungen zu diskutieren. Experten werden sich mit Themen wie dem geplanten deutschen Kapazitätsmarkt, den Trends bei den Gaspreisen und der wachsenden Rolle von Flüssigerdgas (LNG) in der globalen Nachfrage befassen.

Seit den russischen Gaslieferkürzungen 2022 ist die LNG-Nachfrage in Asien stark angestiegen. Länder wie China, Japan, Südkorea und Indien steigerten ihre Importe 2022–2023 um 20–30 Prozent im Jahresvergleich, um die ausgefallenen Pipeline-Lieferungen zu ersetzen. Dieser Nachfrageschub blieb bis 2025 auf hohem Niveau stabil – getrieben von der wirtschaftlichen Erholung und winterlichen Spitzenlasten. Gleichzeitig vollzieht der europäische Gasmarkt einen Wandel: von Nachfragezerstörung hin zu Nachfragesteigerung, begünstigt durch die gestiegene LNG-Verfügbarkeit.

Bis zum Sommer 2026 wird ein globales LNG-Überangebot erwartet, wobei asiatische Abnehmer voraussichtlich große Mengen aufnehmen werden. Ihr Fokus auf flexible Spot-Lieferungen, kombiniert mit sinkenden Preisen und steigender heimischer Produktion in anderen Regionen, wird den Markt prägen. Parallel dazu wird der EU-Emissionshandel strenger: Die Preise für EU-Emissionszertifikate (EUA) könnten bis 2026 im Durchschnitt 85 Euro pro Tonne erreichen, da die kostenlosen Zuteilungen schrumpfen.

Auch Deutschland bereitet sich auf Umbrüche vor. Ein neuer Kapazitätsmarkt, der 2027 an den Start gehen soll, zielt darauf ab, das Problem der "fehlenden Einnahmen" (Missing-Money-Problem) zu lösen und die nationale Energieversorgung zu sichern. Während dies Versorgern und Betreibern thermischer Kraftwerke stabilere Erlöse bringen wird, könnten Erneuerbare-Energien-Projektierer und Investoren kaum von festen Kapazitätszahlungen profitieren. Prognosen zufolge wird der TTF-Gaspreis 2026 im Durchschnitt bei 28 Euro pro Megawattstunde (MWh) liegen – ein Zeichen für die bevorstehende Marktentspannung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auf der E-world erhalten Teilnehmer fundierte Marktanalysen und diskutieren diese Trends. Sonderberichte zum Gasmarkt und zum deutschen Kapazitätsmechanismus stehen im Mittelpunkt, ergänzt durch Einsichten führender Branchenvertreter.

Die Veranstaltung fällt in eine entscheidende Phase der europäischen Energiewende. Mit einer stabilisierten LNG-Nachfrage in Asien, steigenden CO₂-Preisen und dem bevorstehenden Kapazitätsmarkt in Deutschland müssen sich Unternehmen auf neue Erlösmodelle und Versorgungsdynamiken einstellen. Die E-world bietet eine Plattform, um diese Veränderungen zu bewältigen und die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.