Evangelische Kirche im Rheinland kämpft mit Mitgliederschwund und plant radikale Sparmaßnahmen
Wieslaw JähnLandessynode diskutiert Millionen-Euro-Sparen bis 2030 - Evangelische Kirche im Rheinland kämpft mit Mitgliederschwund und plant radikale Sparmaßnahmen
Die Evangelische Kirche im Rheinland steht vor einem umfassenden finanziellen Umbruch, da die Mitgliederzahlen weiter sinken. Auf einer fünftägigen Landessynode in Bonn wird in dieser Woche ein neuer Strategieentwurf beraten, der Kostensenkungen und eine geringere Abhängigkeit von Kirchensteuern vorsieht. Präses Thorsten Latzel, der leitende Theologe der Kirche, wird die Debatten über die Zukunftssicherung leiten.
Die rheinische Landeskirche umfasst derzeit ein großes Gebiet mit Teilen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Mit 34 Kirchenkreisen und 527 Gemeinden sieht sie sich einem drastischen Mitgliederschwund gegenüber – jährlich verliert sie etwa 70.000 Gläubige.
Um die finanzielle Belastung zu bewältigen, wird die Synode über Vorschläge abstimmen, die Struktur und Arbeitsweise der Kirche neu ausrichten sollen. Ein zentrales Ziel ist es, bis 2030 mindestens 33 Millionen Euro im Haushalt des Kirchengebiets einzusparen. Gleichzeitig soll trotz schrumpfender Mittel und Mitglieder eine starke lokale Präsenz erhalten bleiben.
Das Ergebnis der Synode wird maßgeblich bestimmen, wie sich die Kirche an die veränderten Rahmenbedingungen anpasst. Wird die Finanzstrategie verabschiedet, wird sie in den kommenden sechs Jahren als Leitlinie für Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen dienen. Im Mittelpunkt steht dabei der Spagat zwischen Kostensenkungen und der Aufrechterhaltung der Gemeinden in der gesamten Region.
