18 February 2026, 16:40

Evangelische Kirche prüft Personalakten auf sexualisierte Gewalt in der Vergangenheit

Eine Gruppe von Priestern geht einen roten Teppich in einer Kirche entlang, während Menschen auf dem Boden vor ihnen und auf der rechten Seite stehen und Fotorahmen an der Wand im Hintergrund zu sehen sind.

Kirche schickt pensionierte Polizisten, um Personalakten zu durchsuchen - Evangelische Kirche prüft Personalakten auf sexualisierte Gewalt in der Vergangenheit

Zwei Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben eine rechtschreibprüfung von Personalakten eingeleitet, um frühere Fälle sexualisierter Gewalt aufzudecken. Die Evangelische Kirche von Westfalen und die Evangelische Kirche im Rheinland treiben die Initiative voran, unterstützt vom Kirchenkreis Essen. Ehemalige Polizeibeamte wurden hinzugezogen, um die Unterlagen auf mögliche Fehlverhalten zu prüfen.

Die Überprüfung begann am 1. Februar 2023 mit den Akten eines pensionierten Mitarbeiters. Ab dem 1. März wird ein zweiter Beamter das Team verstärken. Zunächst liegt der Fokus auf aktuellen Beschäftigten, um sicherzustellen, dass mögliche Fälle nicht der Verjährungsfrist unterliegen.

Sämtliche Personalakten, die im Landeskirchenamt vorliegen, werden gesichtet. Sollten Hinweise auf Verstöße gefunden werden, leitet die Kirche die Fälle an die Stelle zur Aufarbeitung von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung (UVSS) weiter. Je nach Schwere der Vorwürfe können die Konsequenzen von arbeitsrechtlichen Maßnahmen bis hin zur Kündigung reichen.

Nach der Auswertung der aktuellen Akten wird die Prüfung auf Archivbestände ausgeweitet, einschließlich der Unterlagen ehemaliger Mitarbeiter. Charlotte Nieße, die Beauftragte der Kirche für die Aufarbeitung von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung, wird auf künftigen Landessynoden über den Stand der Arbeiten berichten. Wie lange die Überprüfung insgesamt dauern wird, ist noch unklar.

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Ziel der Kirchen ist es, durch diese systematische nachrichten aktuell mögliche frühere Vorfälle sexualisierter Gewalt aufzudecken. Die ehemaligen Beamten analysieren sowohl aktuelle als auch historische Akten, wobei die Ergebnisse zu disziplinarischen oder rechtlichen Schritten führen können. Der Prozess wird fortgesetzt, bis alle relevanten Unterlagen geprüft wurden.