Evonik-Aktie stürzt auf Rekordtief – Analysten warnen vor Chemiekrise
Uta PatbergEvonik-Aktie stürzt auf Rekordtief – Analysten warnen vor Chemiekrise
Evonik Industries erlebte diese Woche neue Rückschläge, als die Aktie auf ein Rekordtief stürzte. Am Dienstag fiel der Kurs auf 13,55 Euro und verlängerte die Verluste seit Jahresbeginn auf fast 19 Prozent. Der Einbruch erfolgte, nachdem große Banken ihre Bewertungen herabstufen und vor tieferen Problemen in der Chemieindustrie warnten.
Bereits im November 2025 hatte das Unternehmen eingeräumt, dass eine wirtschaftliche Erholung in weiter Ferne liege. Kunden drosselten in nahezu allen Märkten weiterhin ihre Ausgaben. Trotz dieser Herausforderungen vermochte es Evoniks Effizienzprogramm "Evonik Tailor Made" nicht, Analysten davon zu überzeugen, dass der Abwärtstrend gestoppt werden kann.
Am Dienstag zogen drei Großbanken Konsequenzen: Goldman Sachs stufte die Aktie auf "Verkaufen" herab und verwies auf starken Preisdruck bei Methionin, einem der wichtigsten Produkte Evoniks. Die Bank wies zudem auf tiefgreifende strukturelle Probleme in der gesamten Chemiebranche hin. Gleichzeitig senkte Jefferies die Einstufung auf "Underperform", während die Citigroup ihr Kursziel für die Aktie nach unten korrigierte.
Anleger blicken nun gespannt auf den nächsten Quartalsbericht, der im Frühjahr 2026 erwartet wird, um Anzeichen einer Besserung zu erkennen. Zwar hat sich die Aktie mit einem Plus von etwa 7 Prozent seit dem Tiefstand von 13,55 Euro im Februar 2024 leicht erholt, doch notiert sie immer noch rund 35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Evoniks Schwierigkeiten spiegeln die branchenweiten Belastungen wider, unter denen die Chemieindustrie leidet: Schwache Nachfrage und fallende Preise drücken auf die Ergebnisse. Die anstehenden Finanzzahlen des Konzerns werden genau beobachtet – insbesondere, ob die Sparmaßnahmen die Geschäfte stabilisieren können.






