04 March 2026, 04:19

Evonik fordert Millionen-Entschädigung für US-Importzölle auf Chemikalien

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit rotem Rand und weißem Hintergrund, das den Text 'Louis Spohr - Zweites Deutsches Lieder' trägt.

Evonik fordert Millionen-Entschädigung für US-Importzölle auf Chemikalien

Evonik prüft mögliche Entschädigungsansprüche wegen US-Importzöllen

Der deutsche Chemiekonzern Evonik untersucht derzeit mögliche Forderungen nach finanziellen Ausgleichen im Zusammenhang mit den US-Zöllen auf Importe. In den vergangenen Jahren sah sich das Unternehmen mit Abgaben auf Stahl, Aluminium und bestimmte chemische Produkte konfrontiert, die zusätzliche Kosten verursachten. Dank eigener Produktionsstätten in den USA blieb die Belastung für Evonik jedoch begrenzt.

Bei den fraglichen Zöllen handelt es sich unter anderem um eine 25-prozentige Abgabe auf Stahl und Aluminium im Rahmen von Section 232, die im März 2018 eingeführt wurde. Zwar milderten Quotenregelungen aus dem Jahr 2022 mit Deutschland einige der Belastungen, eine vollständige Aufhebung erfolgte jedoch nicht. Evonik und andere deutsche Chemieunternehmen waren zudem von Zöllen zwischen 10 und 25 Prozent auf bestimmte Chemikalien betroffen, die im Rahmen von Section 301 erhoben wurden – ein Teil der weiter gefassten Handelskonflikte zwischen den USA und China, die auch EU-Exporteure indirekt trafen. Die Höhe der Abgaben variierte je nach Produktklassifizierung.

Die mögliche Entschädigungsforderung Evoniks könnte sich laut Unternehmensangaben auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag belaufen. Trotz der finanziellen Belastung profitiert das Unternehmen indirekt von den Zöllen, da diese chinesische Konkurrenten auf dem US-Markt schwächen. Dennoch setzt sich Evonik weiterhin für offene Märkte und globale Freihandelsprinzipien ein.

Die direkten Auswirkungen der Zölle auf Evonik wurden durch die bestehenden Produktionsstandorte des Unternehmens in den USA abgemildert. Die lokale Präsenz schützt das Unternehmen vor einem Teil der höheren Importkosten, mit denen Wettbewerber zu kämpfen haben, die auf globale Lieferketten angewiesen sind.

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Die Prüfung von Entschädigungsmöglichkeiten durch Evonik spiegelt die größeren Herausforderungen wider, vor denen deutsche Chemieproduzenten im Zuge der US-Handelspolitik stehen. Zwar belasten die Zölle die Unternehmen finanziell, doch bieten die US-eigenen Kapazitäten einen gewissen Schutz. Das Ergebnis etwaiger Forderungen könnte Signalwirkung für andere Betriebe haben, die von anhaltenden Handelsstreitigkeiten betroffen sind.