06 February 2026, 02:29

Evonik streicht 1.000 Jobs und senkt Dividende auf 1 Euro pro Aktie

Eine Grafik zeigt die Anzahl der durch die COVID-19-Pandemie in den USA betroffenen Unternehmen, aufgeteilt nach Branchen und begleitet von erklärendem Text.

Evonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik streicht 1.000 Jobs und senkt Dividende auf 1 Euro pro Aktie

Evonik kündigt tiefgreifende Änderungen bei Dividendenpolitik und Belegschaft an

Der Chemiekonzern Evonik hat angesichts wachsenden Wettbewerbsdrucks und wirtschaftlicher Herausforderungen weitreichende Änderungen bei seiner Dividendenpolitik und Personalstruktur angekündigt. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen bis 2026 rund 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, während gleichzeitig die Ausschüttungspolitik angepasst wird, um die finanzielle Flexibilität zu erhöhen. Aktionäre – darunter der größte Investor des Konzerns – unterstützen den neuen Kurs, der vor dem Hintergrund sinkender Gewinne und zunehmender Konkurrenz aus China steht.

Die Finanzzahlen für 2025 zeigten ein schwieriges Jahr: Der Umsatz sank um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) ging um neun Prozent zurück und lag knapp unter 1,9 Milliarden Euro. Als Gründe nannte Evonik die schwache Konjunktur sowie die hohen Energiepreise in Deutschland.

Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann skizzierte eine neue Dividendenstrategie, die ab 2026 greifen soll. Für das Jahr 2025 wird die Ausschüttung zunächst auf 1,00 Euro pro Aktie gesenkt. Ab 2026 soll die Dividende dann zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernnettoergebnisses schwanken. Die RAG-Stiftung, mit 45 Prozent größter Evonik-Aktionär, steht hinter dieser Neuausrichtung.

Zudem sieht sich Evonik mit verschärfter Konkurrenz durch chinesische Chemieproduzenten konfrontiert. Unternehmen wie Wanhua Chemical haben ihren Marktanteil ausgebaut, insbesondere bei Polyurethanen und Hochleistungsmaterialien. Zwar konnte Evonik in lukrativen Nischen wie Futtermittelzusätzen und Spezialpolymeren seine Position halten, doch die Daten von 2021 bis 2026 zeigen einen Rückgang in preissensiblen Segmenten. Hier haben kostengünstigere chinesische Wettbewerber zunehmend die Oberhand gewonnen.

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Für 2026 rechnet Evonik mit einem bereinigten EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Die Prognose spiegelt anhaltende wirtschaftliche Belastungen wider, darunter hohe Strompreise und den anhaltenden Konkurrenzdruck aus China.

Die Stellenstreichungen und die überarbeitete Dividendenpolitik sind Teil der Anpassung an ein schwierigeres Marktumfeld. Angesichts rückläufiger Umsätze und Gewinne will Evonik seine finanzielle Widerstandsfähigkeit stärken und sich gleichzeitig gegen Wettbewerbs- und Konjunkturrisiken wappnen. Die Änderungen treten 2026 in Kraft – die Aktionäre haben bereits ihre Zustimmung signalisiert.