07 April 2026, 00:23

Forscher messen supraleitende Energielücke in Wasserstoffmaterialien unter Extremdruck

Schwarzes und weißes Foto eines Tunnels mit einer zentralen Metallstruktur, Metallstangen auf der linken Seite, einer Wand auf der rechten Seite und Text unten.

Forscher messen supraleitende Energielücke in Wasserstoffmaterialien unter Extremdruck

Wissenschaftler haben die supraleitende Energielücke in zwei wasserstoffreichen Materialien, H₃S und D₃S, unter extremem Druck gemessen. Dieser Durchbruch liefert neue Erkenntnisse darüber, wie diese Substanzen Supraleitung erreichen – die Fähigkeit, Strom ohne Widerstand zu leiten.

Die Ergebnisse könnten Forschern helfen, der Entwicklung von Supraleitern bei Raumtemperatur einen Schritt näher zu kommen, was die Energie- und Technologiebranche revolutionieren würde.

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Wasserstoffreiche Materialien wie H₃S und D₃S gelten als vielversprechende Kandidaten für Hochtemperatur-Supraleiter. Allerdings sind sie schwer zu untersuchen, da sie sich nur unter enormem Druck bilden. Um dieses Problem zu lösen, entwickelten Forscher eine spezielle Elektronentunnel-Spektroskopie-Technik, die unter diesen extremen Bedingungen funktioniert.

Mit dieser Methode maßen sie die supraleitende Energielücke – eine entscheidende Eigenschaft, die zeigt, wie sich Elektronen paaren, um widerstandsfreien Strom zu erzeugen. Bei H₃S betrug die Lücke etwa 60 Millielektronenvolt (meV). Bei D₃S, einer ähnlichen Verbindung, in der Wasserstoff durch Deuterium ersetzt ist, lag sie bei 44 meV.

Der Unterschied in den Energielücken zwischen H₃S und D₃S stützt die Theorie, dass die Supraleitung in diesen Materialien auf Wechselwirkungen zwischen Elektronen und atomaren Schwingungen zurückgeht. Diese als Elektron-Phonon-Kopplung bekannte Hypothese wurde zwar schon lange vermutet, ließ sich aber bisher nur schwer bestätigen.

Die Entdeckung messbarer supraleitender Energielücken in H₃S und D₃S vertieft das Verständnis der Hochtemperatur-Supraleitung. Diese Materialien – zusammen mit anderen wie LaH₁₀ – bringen Wissenschaftler dem Ziel der Supraleitung bei Raumtemperatur einen Schritt näher.

Ein solcher Durchbruch hätte weitreichende Anwendungen – von verlustfreien Stromnetzen über fortschrittliche Quantencomputer bis hin zu Hochgeschwindigkeits-Magnetschwebebahnen.

Quelle