Führerschein Klasse B kostet jetzt über 3.000 Euro – Reformen in Sicht?
Uta PatbergFührerschein Klasse B kostet jetzt über 3.000 Euro – Reformen in Sicht?
Fahrschulausbildung in Deutschland wird immer teurer – Kosten für den Führerschein Klasse B übersteigen mittlerweile 3.000 Euro
Der Erwerb des Führerscheins in Deutschland ist deutlich teurer geworden: Für den Standard-Führerschein der Klasse B müssen angehende Autofahrer mittlerweile mehr als 3.000 Euro einplanen. Vorgeschrieben sind 14 Doppelschichten Theorieunterricht sowie 12 Pflichtfahrstunden – eine erhebliche finanzielle Belastung für Fahranfänger. Doch mit den steigenden Preisen wächst auch der Druck auf eine Reform der Ausbildung.
Aktuell ist es gesetzlich nur erlaubt, ohne Führerschein auf Privatgelände – mit Erlaubnis des Eigentümers – oder in speziellen Verkehrsübungsplätzen zu üben. Eine solche Anlage, betrieben vom ADAC in Kaarst, bietet Fahrtraining bereits für 20 Euro pro Stunde an. Wer jedoch unbefugt auf öffentlichen Straßen fährt – selbst auf leeren Parkplätzen oder am Wochenende –, begeht eine Straftat.
Die Preise für Fahrstunden variieren stark zwischen den Fahrschulen, sodass sich durch einen Vergleich Hundert Euro sparen lassen. Der ADAC unterstützt zudem Forderungen nach mehr Praxisbezug und verweist auf das erfolgreiche Modell des begleiteten Fahrens. Ein weiterer Vorschlag ist das sogenannte Laien-Training, bei dem Eltern oder Freunde Übungsfahrten begleiten dürfen.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat ein Reformpaket vorgelegt, um die Kosten zu senken. Geplant sind unter anderem Online-Theoriestunden, weniger Prüfungsfragen und eine Reduzierung der Pflicht-Sonderfahrten. Doch die Umsetzung steht vor Hürden: Zuerst muss Schnieder die Zustimmung der Verkehrsministerkonferenz einholen – bis dahin bleibt Entlastung für Fahrschüler in weiter Ferne.
Bis es soweit ist, müssen Fahranfänger hohe Kosten und strenge Vorgaben meistern. Zwar bieten Verkehrsübungsplätze und Privatgelände legale Übungsmöglichkeiten ohne Führerschein, doch umfassendere Reformen stecken noch in den Kinderschuhen. Ob und wann es tatsächlich zu Kostensenkungen oder vereinfachten Ausbildungsregeln kommt, hängt von künftigen politischen Entscheidungen ab.
