17 February 2026, 18:53

Gefährlicher Chemikalien-Cocktail: Fast alle Kinder in Europa mit Sonnencreme-Gift belastet

Ein Plakat mit einem zentralen Kolben, der mit Flüssigkeit gefüllt ist, umgeben von anderen Kolben und Reagenzgläsern, mit dem Text "Ein Handbuch der Giftnachweise durch Medizinal-Chemie" unten.

Umweltbundesamt: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Gefährlicher Chemikalien-Cocktail: Fast alle Kinder in Europa mit Sonnencreme-Gift belastet

In Deutschland wurde ein gefährlicher Chemikalienstoff, der mit Sonnencreme in Verbindung steht, im Urin von nahezu allen getesteten Kindern und Jugendlichen nachgewiesen. Wie das Umweltbundesamt (UBA) 2025 feststellte, wurde MnHexP – ein fortpflanzungsgefährdender Stoff – im Frühling und Sommer bei 92 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Europa gefunden. Die Substanz ließ sich auf einen UV-Filter zurückführen, der häufig in Sonnenschutzprodukten verwendet wird.

Erstmals aufgetaucht war das Problem im Herbst 2023, als das UBA MnHexP in 61 Prozent der Urinproben von 250 Kindergartenkindern in Europa nachwies. Die zwischen 2017 und 2021 gesammelten Proben zeigten, dass bereits früh eine Belastung mit dem Giftstoff bestand. Bis 2025 stiegen die Nachweisraten weiter an: Bei zwei Personen wurden Konzentrationen von 83 bzw. 107 Mikrogramm pro Liter gemessen – deutlich über dem UBA-Referenzwert von 60 Mikrogramm.

MnHexP ist ein Abbauprodukt von Di-n-hexyl-phthalat (DnHexP), einer in der EU verbotenen Chemikalie. Untersuchungen ergaben, dass die Verunreinigung von Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexyl-Benzoat (DHHB) ausging, einem UV-Filter in Sonnencremes. Zwar haben einige Hersteller ihre Produkte inzwischen umgestellt, um DnHexP zu entfernen, doch strengere EU-Vorschriften zu dessen Verwendung treten erst im Januar 2027 in Kraft.

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Das UBA warnt seit Langem, dass Kinder und Jugendliche in Europa besonders gefährdet sind. Die Aufnahme von fortpflanzungsgefährdenden Stoffen wie MnHexP überschreitet häufig die als sicher geltenden Grenzwerte – mit möglichen langfristigen Folgen für die Gesundheit.

Die Ergebnisse unterstreichen die anhaltende Belastung durch schädliche Chemikalien in Alltagsprodukten in Europa. Zwar haben einige Sonnencreme-Hersteller ihre Rezepturen bereits angepasst, doch strengere EU-Kontrollen stehen noch aus. Bis dahin überwacht das UBA weiterhin die Schadstoffbelastung bei jungen Menschen in Europa.