Geraubtes Schmidt-Rottluff-Gemälde kehrt nach fairer Restitution ins Museum zurück
Uta PatbergBeutekunst: Gemälde bleibt in Wuppertal - Geraubtes Schmidt-Rottluff-Gemälde kehrt nach fairer Restitution ins Museum zurück
Ein bedeutendes expressionistisches Gemälde wurde an die Erben einer jüdischen Familie restituiert, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Bei dem Werk handelt es sich um Zwei Frauen (Frauen in Grün) von Karl Schmidt-Rottluff, das später vom Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal durch eine gemeinsame Finanzierungsinitiative zurückerworben wurde. Die Vereinbarung ermöglicht es, das Gemälde weiterhin öffentlich auszustellen, während seine belastete Vergangenheit anerkannt wird.
Das Bild gehörte ursprünglich Alfred Hess, einem jüdischen Industriellen und Kunstsammler. 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wurde es zur sicheren Aufbewahrung in die Schweiz gebracht. Vier Jahre später schickte seine Witwe, Thekla Hess, das Werk aus Angst vor Verfolgung durch die Gestapo zurück an den Kölner Kunstverein.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte das Kunstwerk im Geheimen den Besitzer. Bis 1947 gelangte es in die Sammlung des Städtischen Museums Wuppertal, dem heutigen Von-der-Heydt-Museum. Seine Herkunft während der NS-Zeit bleibt unklar, da es in den öffentlichen Aufzeichnungen Lücken über die beteiligten Privatpersonen und Händler gibt.
Die jüngste Einigung ist das Ergebnis jahrzehntelanger Restitutionsbemühungen für die Familie Hess. 2006 wurde bereits Ernst Ludwig Kirchners Berliner Straßenbild an die Erben zurückgegeben. In diesem Jahr stellt dies die zweite bedeutende Restitution an die Familie in Nordrhein-Westfalen dar.
Um die Rückkehr des Gemäldes ins Museum zu ermöglichen, beteiligten sich mehrere Institutionen an der Finanzierung, darunter die Freiherr-von-der-Heydt-Stiftung und die Kulturstiftung der Länder. Christine Regus, Generalsekretärin der letzteren, betonte die Notwendigkeit, sich mit der Geschichte von Kunstwerken auseinanderzusetzen, die unter der NS-Herrschaft geraubt oder verlagert wurden.
Die Vereinbarung sichert den Verbleib des Gemäldes in der Sammlung des Von-der-Heydt-Museums. Der Restitutionsprozess unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, historische Ungerechtigkeiten im Kunstbesitz aufzuarbeiten. Die finanzielle Unterstützung durch Kulturstiftungen machte den Rückkauf möglich und ermöglicht so den öffentlichen Zugang zum Werk, während seine Vergangenheit gewürdigt wird.
