21 December 2025, 12:36

Gerresheimer Aktie: Großbank zieht sich zurück

Ein Lagerraum voller verschiedener Flaschen und Dosen, mit einem Supra-Banner in der Mitte und einem LM-Logo unten rechts.

Gerresheimer Aktie: Großbank zieht sich zurück

Gerresheimer-Aktie: Großbank zieht sich zurück

Die Turbulenzen beim Düsseldorfer Verpackungsspezialisten reißen nicht ab. Kurz vor Jahresende sorgt eine Stimmrechtsmitteilung von BNP Paribas für Aufsehen: Die französische Großbank hat ihren gemeldeten Aktienanteil praktisch auf null gesetzt. In einem Umfeld, das bereits von Gewinnwarnungen und behördlichen Prüfungen geprägt ist, sendet dieses Signal…

  1. Dezember 2025, 23:57 Uhr

Gerresheimer steht vor einem turbulenten Jahr: Der Aktienkurs stürzt ab, und die regulatorische Überprüfung verschärft sich. Der deutsche Pharmaverpacker hat seit Januar über 61 % seines Börsenwerts eingebüßt – die Aktie notiert aktuell bei 27,16 Euro, weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch von 82,00 Euro. Nun hat auch der jüngste Schritt von BNP Paribas, seinen gemeldeten Anteil drastisch zu reduzieren, die Nervosität der Anleger weiter verstärkt.

Die Probleme des Unternehmens verschärften sich im September, als die deutsche Finanzaufsicht BaFin Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bilanzunregelmäßigkeiten einleitete. Dies folgte auf eine Reihe von Rückschlägen, darunter drei Gewinnwarnungen allein in diesem Jahr. Gerresheimer rechnet nun mit einem organischen Umsatzrückgang von 2 % bis 4 % – eine deutliche Abkehr von früheren Prognosen.

Als Reaktion treibt das Management ein umfassendes Restrukturierungsprogramm voran. Ein zentraler Baustein ist die Ausgliederung oder ein möglicher Verkauf der Sparten für Hohlglas, um die Finanzen zu stabilisieren. Zudem konzentriert sich das Unternehmen auf lukrativere Segmente und peilt bis Jahresende 200 Millionen Euro Umsatz mit der stark wachsenden Branche für GLP-1-Medikamente an. Die jüngste Zäsur kam, als BNP Paribas seine gemeldeten Stimmrechte an Gerresheimer unter die Meldegrenze von 3 % senkte. Stand 15. Dezember 2025 belief sich der Anteil nur noch auf 2,99 % – die französische Bank hat damit ihre Meldepflicht nach deutschem Wertpapierrecht effektiv aufgehoben. Zuvor hatte sie 4,18 % der Stimmrechte direkt gehalten sowie zusätzliche Positionen über Finanzinstrumente. Dabei nutzte sie die Handelsbuchausnahme, um bestimmte Engagements nicht offenzulegen – ein legaler, aber selten genutzter Schritt, der bei Aktionären Fragen aufwirft.

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Die Gerresheimer-Aktie handelt mittlerweile nur noch bei einem Bruchteil ihres einstigen Höchststands und spiegelt damit die Sorgen der Investoren um Rentabilität und regulatorische Risiken wider. Die geplante Veräußerung der Hohlglassparte und der Vorstoß in die GLP-1-Verpackungen sollen das Unternehmen stabilisieren. Doch mit den laufenden BaFin-Ermittlungen und dem Rückzug von BNP Paribas aus der Meldepflicht bleibt der Weg zur Erholung ungewiss.