Gerresheimer-Aktien stürzen ab: BaFin weitet Bilanzprüfung massiv aus
Wieslaw JähnGerresheimer: Bafin kündigt weitere Bilanzprüfungen an - Gerresheimer-Aktien stürzen ab: BaFin weitet Bilanzprüfung massiv aus
Aktien von Gerresheimer brechen im Nachhandel ein – BaFin weitet Handelsregisterprüfung aus
Die Aktien von Gerresheimer sind im nachbörslichen Handel deutlich gefallen, nachdem bekannt wurde, dass die deutsche Finanzaufsicht BaFin ihre Handelsregisterprüfung des Unternehmens ausweitet. Das Unternehmen sieht sich nun einer erweiterten Untersuchung gegenüber, die Fragen zu seinen Bilanzierungspraktiken aufwirft.
Die BaFin untersucht bereits seit einiger Zeit, ob Gerresheimer die Rechnungslegungsvorschriften einhält. Kritik gab es zuvor vor allem an der Handhabung von "Bill-and-Hold"-Verträgen" – konkret daran, ob Umsätze nach den IFRS-Standards zu früh verbucht wurden. Diese sehen vor, dass Erlöse erst bei Lieferung und nicht bereits vorher erfasst werden dürfen.
Mit ihrem jüngsten Schritt verlängert die Aufsichtsbehörde den Handelsregisterprüfungszeitraum vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2025. Neben der Ausweitung der laufenden Untersuchung leitet die BaFin zudem eine zusätzliche Handelsregisterprüfung der Finanzberichte des Unternehmens ein. Die Überprüfung hatte im September 2025 begonnen und umfasst sowohl die Jahresbilanz 2024 als auch den Halbjahresbericht 2025.
Anleger reagierten prompt auf die Ankündigung: Der Aktienkurs von Gerresheimer brach deutlich ein, sobald der Handel nach Börsenschluss wieder aufgenommen wurde.
Die ausgeweitete Handelsregisterprüfung erhöht den Druck auf Gerresheimer, seine Bilanzierungsmethoden offenzulegen. Die Ergebnisse der BaFin könnten sich auf die Finanzberichterstattung des Unternehmens und das Vertrauen der Anleger auswirken. Im Fokus der Aufsicht bleibt die Einhaltung der IFRS-Regeln zur Umsatzrealisierung.
