06 February 2026, 22:51

Gil Ofarim räumt Lügen ein: Wie der Antisemitismus-Skandal um ein Leipziger Hotel eskalierte

Eine Gruppe von Menschen steht zusammen vor einer Menge, einige halten Kameras, im Hintergrund sind Tische mit Papieren und anderen Gegenständen zu sehen, was auf eine Diskussion im Zusammenhang mit der Hongkonger Börsenschließung aufgrund der Coronavirus-Pandemie hindeutet.

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim räumt Lügen ein: Wie der Antisemitismus-Skandal um ein Leipziger Hotel eskalierte

Im Oktober 2021 warf der Musiker Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels Antisemitismus vor und behauptete, der Mann habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Halskette abzulegen. Der Fall zog sich über Jahre hin, bis Ofarim später vor Gericht einräumte, dass seine Schilderung falsch gewesen war. Nun sind neue Details über die juristischen Folgen und seine sich wandelnden Aussagen im Laufe der Zeit bekannt geworden.

Der Vorfall begann, als Ofarim ein Video in den sozialen Medien veröffentlichte, in dem er einem Angestellten des Leipziger Hotels vorwarf, abfällige Bemerkungen über seine Halskette gemacht zu haben. Er beharrte darauf, der Mitarbeiter habe gesagt: "Zieh dir dieses ekelhafte Ding aus" – eine Behauptung, die weltweit Empörung auslöste. Die Überwachungsaufnahmen des Hotels zeigten jedoch, dass Ofarim zum fraglichen Zeitpunkt keine solche Kette trug.

Ofarim stellte die Authentizität der Aufnahmen wiederholt infrage. Er argumentierte, es fehlten Sekunden in der ursprünglichen Aufnahme, und die im Netz kursierende Version sei nicht echt. Zudem behauptete er, ein Zeuge habe ihn mit der Kette gesehen. Forensische Experten wiesen diese Vorwürfe später als haltlos zurück und nannten sie "grotesk" und "unhaltbar".

Im November 2023 gestand Ofarim vor Gericht, die Geschichte erfunden zu haben. Dennoch beharrte er weiterhin darauf, die Aufnahmen seien manipuliert worden. Seine Anwälte beriefen sich auf eine angebliche Vertraulichkeitsvereinbarung, um weitere Stellungnahmen zu vermeiden – doch der Anwalt des Hotelmitarbeiters stellte klar, dass es eine solche Vereinbarung nie gegeben habe, sondern lediglich eine Unterlassungserklärung.

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Bis Februar 2026 endete der Fall mit einer Zahlung Ofarims in Höhe von 10.000 Euro als Entschädigung. Der Betrag wurde zwischen der jüdischen Religionsgemeinschaft Leipzigs und der Stiftung aufgeteilt, die das Haus der Wannsee-Konferenz verwaltet. Monate zuvor hatte Ofarim in der Sendung "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" sein Schweigen gebrochen und den Skandal in einem Lagerfeuergespräch thematisiert.

Der Rechtsstreit endete mit Ofarims Eingeständnis der Falschaussage und einer finanziellen Einigung. Forensische Analysen bestätigten, dass die Hotelüberwachungsaufnahmen nicht manipuliert worden waren. Der Fall wurde inzwischen abgeschlossen, die Entschädigungssumme ging an die vorgesehenen Organisationen.