20 February 2026, 17:18

"Hier arbeitet eine Frau!" – Bahnmitarbeiterin kämpft gegen tägliche Gewalt im Nahverkehr

Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Zugkollision mit Menschen in Helmen drumherum, Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.

"Hier arbeitet eine Frau!" – Bahnmitarbeiterin kämpft gegen tägliche Gewalt im Nahverkehr

"Nie vergessen: Hier arbeitet eine Frau!" – Kampagne macht auf Alltagsbelastungen von Bahnmitarbeitern aufmerksam

Eine neue Initiative rückt die täglichen Belastungen von Bahnbeschäftigten in Deutschland in den Fokus. Unter dem Motto "Nie vergessen: Hier arbeitet eine Frau!" soll sie Fahrgäste für die Beleidigungen und Bedrohungen sensibilisieren, denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während ihrer Arbeit ausgesetzt sind. Die Zugbegleiterin Mandy Brune, die wiederholt verbale und körperliche Angriffe erleben musste, engagiert sich nun im Rahmen der Kampagne.

Brune kennt die Gefahren im öffentlichen Nahverkehr aus eigener Erfahrung: Sie wurde beschimpft, mit Gewalt bedroht und erlebte oft, dass Mitreisende nicht eingriffen. Trotz dieser Herausforderungen zeigt sie sich optimistisch, dass aktuelle Aufklärungskampagnen langsam Wirkung zeigen. Mittlerweile würden einige Fahrgäste in Konfliktsituationen Partei für sie ergreifen.

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Die Initiative startet zu einem Zeitpunkt, an dem Gewalt gegen Bahnmitarbeiter weiterhin ein ernstes Problem darstellt. Zwar liegen die genauen Zahlen für 2023 noch nicht vor, doch die Deutsche Bahn verzeichnete allein im Jahr 2022 über 3.000 Angriffe – die Bundespolizei registrierte 2023 zudem 1.708 Gewaltdelikte gegen ihre Beamten. Neithard von Böhlen, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Nordrhein-Westfalen, fordert daher dringend bessere Schutzmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem doppelt besetzte Schichten, verpflichtende Körperkameras für das Personal sowie eine spezielle Staatsanwaltschaft für Straftaten gegen Zugbegleiter.

Brunes Engagement unterstreicht die Dringlichkeit des Themas. Sie setzt sich weiterhin für mehr Arbeitssicherheit ein und betont, dass mehr getan werden müsse, um Mitarbeiter vor Aggressionen in Zügen und auf Bahnhöfen zu schützen.

Ziel der Kampagne ist es, das Verhalten der Fahrgäste zu ändern und die Arbeitsbedingungen für Bahnmitarbeiter zu verbessern. Da Übergriffe nach wie vor an der Tagesordnung sind, fordern Gewerkschaften und Betroffene wie Brune konkrete Maßnahmen: mehr Personal, bessere Überwachung und rechtliche Konsequenzen für diejenigen, die sich an Transportbeschäftigte vergreifen.