28 June 2026, 14:14

Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen Glanz und kolonialer Last

Humboldt-Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen Glanz und kolonialer Last

Das Humboldt Forum feiert fünfjähriges Bestehen – zwischen kultureller Strahlkraft und Kritik

Vor fünf Jahren eröffnete das Humboldt Forum als neues kulturelles Zentrum Berlins. Heute bietet es ein breites Programm – von Lesungen und Konzerten bis hin zu Debatten über globale Themen. Doch trotz seines anspruchsvollen Angebots sieht sich der Ort mit Kritik konfrontiert und zieht nicht dieselben Besuchermassen an wie andere weltberühmte Museen.

Seit seiner Eröffnung präsentiert das Humboldt Forum Ausstellungen, Aufführungen und Diskussionen zu Themen wie dem Schwinden demokratischer Werte oder künstlerischer Freiheit. Sein Programm steht dem eines großen Theaters in nichts nach, doch seine Lage – eingezwängt zwischen Rolltreppen und Betongängen – überstrahlt oft die kulturellen Highlights.

Das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst haben hier ihr neues Zuhause gefunden. Dieser Umzug war umstritten, denn das Gebäude ist eng mit der Geschichte geraubter Kunst und kolonialer Gewalt verbunden. Manche empfinden das Forum als zu pompös, zu abgehoben von der Stadt und zu sehr mit seiner kolonialen Vergangenheit belastet.

Im vergangenen Jahr besuchten rund 634.000 Menschen die Ausstellungen, während viele weitere nur für Fotos vorbeikamen. Zum Vergleich: Der Louvre verzeichnet etwa das Dreizehnfache an Besuchern. Zu den kommenden Veranstaltungen zählt eine Diskussion über einen brasilianischen Fluss, der unter einem Einkaufszentrum verschwand und später als Denkmal wieder auftauchte. Die Künstlerin Sarah Ama Duah zeigt in ihrer Performance to build to bury to remember eine kritische Auseinandersetzung mit kolonialen Perspektiven, indem sie Objekte als lebendige Wesen behandelt.

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Trotz der gespaltenen öffentlichen Wahrnehmung fühlt sich eine Besucherin weiterhin vom Humboldt Forum angezogen. Sie besucht weiterhin Veranstaltungen dort, darunter auch den anstehenden Vortrag über den verschütteten Fluss. Als Ort des Dialogs über schwierige Geschichtsabschnitte und aktuelle Fragen bleibt das Forum relevant.

Quelle