Ibbenbürens Kohle-Erbe wird zum Mega-Speicher für 500.000 Haushalte
Ibbenbüren transformiert sein altes Steinkohlebergwerk und Kraftwerk in einen bedeutenden Energieknotenpunkt. Die Stadt plant den Bau einer riesigen Batteriespeicheranlage in der Halle Saale, die täglich zweimal bis zu 500.000 Haushalte in der Stadt Köln mit Strom versorgen könnte. Das Projekt markiert einen entscheidenden Schritt im Wandel der Region von der Kohle zu erneuerbaren Energien.
Die Umgestaltung des Geländes begann 2024 mit dem Bau der Umrichterstation BalWin2. Die politische und wirtschaftliche Unterstützung bleibt stabil, wobei die Hagedorn-Gruppe – seit 2023 Eigentümerin – die Vorbereitungen vorantreibt. Das Unternehmen arbeitet eng mit Amprion und der Stadt zusammen und hat bereits wichtige Meilensteine erreicht, darunter den Abriss des Kesselhauses und des Kühlturms am 6. April 2025. Die Übergabe des Geländes ist für den Sommer 2026 geplant.
Die geplante Anlage soll Hunderte von LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) nutzen, wie sie auch in Elektroautos verbaut werden. Sie wird überschüssigen Strom aus Windparks in der Nordsee speichern und bei hohem Bedarf wieder abgeben. Mit einer Kapazität von 1,9 Gigawattstunden könnte sie eine halbe Million Haushalte zweimal täglich versorgen.
Die Investoren planen, rund 300 Millionen Euro in das Projekt zu investieren und dabei die bestehende Hochspannungsnetzanbindung des Standorts zu nutzen. Bürgermeister Marc Schrameyer (SPD) bezeichnete die Anlage als "grüne Steckdose" für die Region. Der Großspeicherverband (GFGBA) strebt eine Inbetriebnahme bis Herbst 2028 an, obwohl Verzögerungen nicht ausgeschlossen sind.
Falls realisiert, wird die Ibbenbürener Anlage zu einer zentralen Energiereserve für Westfalen und das Ruhrgebiet. Der ehemalige Industrie Standort erhält damit eine neue Bestimmung: Er wird die erneuerbaren Energien fördern und das lokale Wirtschaftswachstum stärken. Zudem sind Pläne für eine erweiterte Industrie- und Gewerbezone Teil des Transformationsprozesses der Stadt.
