07 May 2026, 18:17

IW drängt EU zu stärkeren Handelsbeziehungen mit den Golfstaaten trotz Nahost-Konflikt

Liniengraph, der die US-Öl/Petroleumproduktion, -importe und -exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

IW drängt EU zu stärkeren Handelsbeziehungen mit den Golfstaaten trotz Nahost-Konflikt

Das Deutsche Wirtschaftsinstitut (IW) fordert die EU auf, die Handelsbeziehungen zu den Golfstaaten auszubauen – trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Eine neue Studie unterstreicht die möglichen Vorteile für beide Seiten, darunter geringere Kosten für den Import von grünem Stahl und Wasserstoff nach Europa.

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Der Handel zwischen der EU und den Golfstaaten hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten an Bedeutung verloren. Noch 2004 stammten 26 Prozent aller Importe der Golfregion aus der EU, doch bis 2024 war dieser Anteil auf nur noch 18 Prozent gesunken. Gleichzeitig haben Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Handelsnetzwerke über die traditionellen Partner hinaus erweitert.

Ein neues Handelsabkommen könnte diesen Trend umkehren. Das IW argumentiert, dass eine solche Vereinbarung der EU ermöglichen würde, Stahl aus kohlenstoffarmer Produktion sowie Wasserstoff zu wettbewerbsfähigeren Preisen zu importieren. Zudem eröffnet der Bedarf der Golfregion an Reparaturen der Energieinfrastruktur nach den Kriegsfolgen Chancen für deutsche Maschinen- und Anlagenbauer.

Deutschlands aktuelle Exporte in die Golfregion umfassen bereits Autos, Pharmaprodukte und Industrieausrüstungen. Eine Vertiefung der Beziehungen könnte diese Branchen weiter stärken und gleichzeitig Europas Übergang zu saubereren Energiequellen unterstützen.

Der Vorschlag des IW kommt zu einer Zeit, in der sich beide Regionen mit sich wandelnden wirtschaftspolitischen Prioritäten konfrontiert sehen. Für die EU könnte ein Handelsabkommen den Zugang zu günstigeren grünen Rohstoffen und Energieträgern sichern. Die Golfstaaten wiederum würden von Investitionen in Infrastruktur und Technologie profitieren. Die nächsten Schritte hängen nun von den Verhandlungen zwischen Brüssel und den Führungskräften der Golfregion ab.

Quelle