20 April 2026, 08:19

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Der Komiker Joe Lycett hat aus Protest gegen die aggressive Durchsetzung der Markenrechte des Modeunternehmens seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen. Der Schritt folgt auf eine Reihe von Abmahnungen, mit denen der Luxuskonzern kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen bedrängt hatte, die das Wort "BOSS" in ihren Namen führen.

Erst kürzlich war die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss betroffen, die eine rechtliche Warnung erhielt, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen. Der Streit hat nun die Aufmerksamkeit auf die Geschichte und die juristischen Methoden des Unternehmens gelenkt.

Hugo Boss, 1924 gegründet, ist ein globaler Modegigant mit über 14.000 Mitarbeitenden in 127 Ländern. 2018 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 2,3 Milliarden Pfund in seinen 439 Filialen weltweit. Doch sein Ruf steht sowohl wegen seiner Vergangenheit als auch seiner aktuellen Praktiken in der Kritik.

Während des Zweiten Weltkriegs fertigte das Unternehmen SS-Uniformen für die Nazis – unter Einsatz von Zwangsarbeitern. Der Firmengründer, langjähriges NSDAP-Mitglied, unterstützte Adolf Hitler offen. 2011 entschuldigte sich Hugo Boss für das "Leid und die Entbehrungen", die in einer seiner Fabriken in dieser Zeit verursacht wurden.

In jüngerer Zeit geht der Konzern gezielt gegen kleinere Unternehmen wegen Markenrechtsstreitigkeiten vor. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab 10.000 Pfund für Anwaltskosten aus, nachdem sie eine Abmahnung erhalten hatte. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss geriet unter juristischen Druck, als sie ihren Namen schützen lassen wollte.

Lycetts Reaktion ist konsequent: Indem er sich offiziell in Hugo Boss umbenannte, plant er, in seiner Verbrauchersendung Got Your Back ein neues Produkt unter diesem Namen auf den Markt zu bringen.

Die Namensänderung des Komikers wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen zwischen der Durchsetzung von Markenrechten durch Großkonzerne und den Folgen für kleinere Organisationen. Hugo Boss verteidigt weiterhin seine Marke, doch die Kontroverse hat die Debatte über sein historisches Erbe und seine juristische Vorgehensweise neu entfacht. Lycetts Protest wird voraussichtlich eine zentrale Rolle in seiner nächsten Show spielen.

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