20 March 2026, 16:20

Junge Menschen wenden sich von der Demokratie ab – warum die Alarmsignale rot leuchten

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der muslimischen Amerikaner zeigt, die seit dem 11. September an gewaltsamer Extremismus beteiligt waren, mit begleitendem erklärendem Text.

Junge Menschen wenden sich von der Demokratie ab – warum die Alarmsignale rot leuchten

Eine neue Studie offenbart einen drastischen Rückgang der demokratischen Unterstützung unter jungen Menschen, insbesondere bei unter 45-Jährigen. Besonders ausgeprägt ist der Einbruch in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen, wo die Zufriedenheit mit der Demokratie dramatisch gesunken ist. Forscher führen diese Entwicklung auf Online-Radikalisierung und Defizite in der politischen Bildung zurück.

In Nordrhein-Westfalen ist die Zufriedenheit mit der Demokratie unter 14- bis 18-Jährigen regelrecht eingebrochen. Nur noch 47 Prozent zeigen sich zufrieden – ein Rückgang von 77 Prozent im Jahr 2023, was einem Minus von 30 Prozentpunkten in nur zwei Jahren entspricht. Die Studie bringt diesen Trend mit wachsender Sympathie für autoritäre Ideen in Verbindung: 22 Prozent befürworten mittlerweile eine starke Führung, die das Parlament umgeht (2023: 11 Prozent), während 47 Prozent eine dominierende Einheitspartei bevorzugen (2023: 26 Prozent). Insgesamt gelten nur noch 44 Prozent der Bevölkerung als überzeugte "Demokraten", 42 Prozent zeigen eine "fragile" Haltung und 8 Prozent positionieren sich offen "antidemokratisch".

Obwohl 73 Prozent der Jugendlichen im Unterricht mit demokratischen Werten in Berührung kommen, fühlen sich nur 57 Prozent sicher darin, selbstständig politische Informationen zu recherchieren. Die klassische politische Bildung kann den digitalen Einflüssen kaum etwas entgegensetzen – in sozialen Medien, Chatgruppen und auf Gaming-Plattformen verbreiten sich frauenfeindliche Inhalte, Gewaltverherrlichung und Extremismus. Bundesbildungsministerin Karin Prien warnte vor diesen Gefahren und forderte Gegenmaßnahmen.

Die Studie betont, dass Schulen eine zentrale Rolle bei der Stärkung demokratischer Resilienz spielen. Eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent der Jugendlichen wünscht sich mehr politische Themen im Unterricht. Doch die aktuellen Angebote reichen nicht aus, sodass viele anfällig für digitale Radikalisierung bleiben.

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Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: Jüngere Generationen sind zunehmend unzufrieden mit der Demokratie und offen für autoritäre Alternativen. Angesichts sinkender Zufriedenheitswerte und der Verbreitung extremistischer Botschaften im Netz mahnt die Studie an, die politische Bildung an moderne Herausforderungen anzupassen. Ohne gezielte Gegenwehr könnte dieser Wandel das politische Engagement der Zukunft prägen.

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