Kemptener OB-Wahl wird auf der Bühne mit scharfem Witz seziert
Edeltrud WagnerKemptener OB-Wahl wird auf der Bühne mit scharfem Witz seziert
Satirische Bühnenparodie nimmt Kemptener Oberbürgermeister-Wahl auf die Schippe
In einer humorvollen Bühnenparodie wurde das Rennen um das Kemptener Oberbürgermeisteramt persifliert – mit überzeichneten Darstellungen der Kandidaten. Lokale Schauspieler schlüpften in die Rollen der politischen Anwärter und verbanden scharfsinnige Beobachtungen zur Wahl mit beißendem Witz. Das Stück sorgte beim Publikum für Lacher, weckte aber auch die Frage, wer Amtsinhaberin Indra Baier-Müller tatsächlich nachfolgen könnte.
Die Inszenierung, gespickt mit spöttischen Seitenhieben und Karikaturen, stellte die Eigenheiten der Bewerber bloß – ohne klare Antworten zu liefern.
Daniela Busse, Michael Käser und Tobias Strobel führten durch die Aufführung und verkörperten jeweils unterschiedliche Kandidaten. Katharina Schrader wurde als schusselige "Frau Holle" dargestellt, die Herzen über die Stadt verstreut. Franz-Josef Natterer-Babych mimte dagegen einen eitlen Schönling, der sich ständig im Spiegel bewundert.
Dominik Tartler wurde in der Parodie als unausgereifter "Grünschnabel" abgetan, dem es an politischer Erfahrung mangele. Eine Figur namens "Hexe Mechthilde" warnte mit strenger Miene, politische Mandate seien keine Sammelobjekte. Auch "DonQuiSchoche" hatte einen Auftritt – als Kämpfer gegen die symbolischen "Windmühlen" der CSU.
Arzt Spitzer gab den sturköpfigen Hausarzt, der sich weigerte, bestimmte Beschwerden in seiner Praxis zu behandeln. Zudem scherzte er über Parkgebühren-Tricks in Kempten und präsentierte gar ein "Socken-Enthüllungs"-Gag, der beim Publikum für Jubel sorgte. Die Zuschauer blieben ratlos, ob etwa "Rechenmeister" Eigstler oder "Hai" Wilhelm tatsächlich in Baier-Müllers Fußstapfen treten könnten.
Die FDP hat sich bereits hinter die Amtsinhaberin gestellt und unterstützt ihre Kandidatur für eine dritte Amtszeit. Doch die Satire ließ die Nachfolgefrage bewusst offen – zwischen Spott und realen politischen Spannungen.
Die humorvolle Abrechnung mit dem Kemptener Oberbürgermeister-Wahlkampf unterhielt die Zuschauer, rückte aber auch die wahrgenommenen Stärken und Schwächen der Kandidaten ins Rampenlicht. Zwar enthielt sich die Parodie einer klaren Empfehlung, doch sie spiegelte die Neugier der Bürger wider: Wer wird künftig das Ruder in der Hand halten? Mit der FDP als Rückendeckung für Baier-Müller bleibt der Wahlausgang indes ungewiss.
