06 June 2026, 22:17

KI-Vertretung an Schulen: Revolution oder überflüssige Bürokratie?

Kein AI-Tool in Sicht - Ministerium bietet Lehrern 'Selbstlernkurs'

KI-Vertretung an Schulen: Revolution oder überflüssige Bürokratie?

Ein neuer Vorschlag sieht vor, in jeder deutschen Schule eine KI-Vertretung einzusetzen, um Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern zu unterstützen. Zu den Aufgaben gehörten Fortbildungen, die Planung von Unterrichtseinheiten und Informationsveranstaltungen. Kritiker halten das Vorhaben jedoch für unpraktikabel und unnötig – stattdessen könnten bestehende Ressourcen besser genutzt werden.

Die vorgeschlagene KI-Fachkraft würde an drei Nachmittagen pro Woche tätig sein und täglich drei Stunden Unterstützung anbieten. Zudem wäre eine halbe Stunde wöchentliche Entlastung für das Personal vorgesehen. Zu den Aufgaben zählten die Konzeption schulinterner Fortbildungen, die Planung fächerübergreifender Unterrichtsstunden sowie die Organisation von Elterninformationsabenden.

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Die KI-Vertretung sollte Grundlagen der künstlichen Intelligenz, ihre Chancen, Risiken und Datenschutzbestimmungen verständlich und anschaulich vermitteln. Der Vorschlag geht sogar so weit, der Stelle einen Beamtenstatus zu verleihen. Unterdessen fordert der Bundeselternrat Reformen und bezeichnet die aktuellen Schulsysteme als veraltet.

Unabhängig davon mehren sich Bedenken hinsichtlich der Lehrerausbildung. Viele Referendare berichten, sie fühlten sich auf den realen Schulalltag unzureichend vorbereitet und machen dafür eine zu starke Theorieorientierung verantwortlich. Gleichzeitig sind die Ausbildungsquoten in Kindergärten gesunken – Bayern verzeichnet dabei die niedrigsten Werte in ganz Deutschland.

Gegner des KI-Plans argumentieren, Lehrkräfte könnten sich digitale Werkzeuge auch im Selbststudium oder über Online-Kurse aneignen. Sie stellen infrage, ob eine eigene Stelle notwendig sei, wenn es bereits Fortbildungsangebote gebe.

Die Debatte zeigt die Spannung zwischen der Modernisierung des Bildungssystems und praktischen Grenzen auf. Während die einen in der KI-Unterstützung eine Entlastung und Förderung der digitalen Kompetenz sehen, befürchten andere zusätzliche Bürokratie. Der Rückgang der beruflichen Ausbildung und die Forderungen nach strukturellen Reformen erhöhen den Druck auf die Politik, ausgewogene Lösungen zu finden.

Quelle