30 January 2026, 15:01

KiBiz-Reform in NRW: Warum Erzieherinnen gegen Schäffers Kernzeiten-Modell protestieren

Ein Plakat, das die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri zeigt, mit einer Gruppe von Menschen in traditioneller Kleidung, einige stehen, einige sitzen, mit ängstlichen und verzweifelten Gesichtern, und Text oben und unten mit der Aufschrift "Die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri."

Lauter Protest gegen Kita-Gesetz - Schäffer setzt auf Dialog - KiBiz-Reform in NRW: Warum Erzieherinnen gegen Schäffers Kernzeiten-Modell protestieren

Verena Schäffer, die neu ernannte Ministerin für Kinder und Familie in Nordrhein-Westfalen, hat eine umstrittene Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) vorgelegt. Die geplanten Änderungen – insbesondere das "Kernzeiten-Modell" – haben Proteste von Erzieherinnen und Erziehern sowie Kritik aus der Opposition ausgelöst.

Schäffer, die im Januar 2026 Josefine Paul im Amt folgte, präsentierte den Gesetzentwurf im Landtag, stieß jedoch auf sofortigen Widerstand wegen möglicher negativer Folgen für die Personalausstattung und die Betreuungsqualität.

Rund 300 Fachkräfte aus Kitas demonstrierten vor dem Landtagsgebäude gegen die KiBiz-Reform. Ihr Hauptkritikpunkt ist das "Kernzeiten-Modell", das die Anwesenheit qualifizierter Erzieher in den Einrichtungen auf nur fünf Stunden täglich begrenzen würde. Gegner befürchten, dass dies zu Qualitätsverlusten in den Randzeiten führen könnte.

In ihrer ersten Rede im Parlament hatte Schäffer kurz mit ihren Unterlagen zu kämpfen und musste sich noch einmal an ihren Platz setzen, um den richtigen Text zu holen. Dennoch blieb sie beim Kernzeiten- und erweiterten Betreuungsmodell und betonte, dies ermögliche flexiblere Personaleinsätze. Gleichzeitig versicherte sie, sie stehe im Dialog mit allen Beteiligten.

Die Opposition meldete sich umgehend zu Wort. Die FDP-Abgeordnete Yvonne Gebauer kritisierte das Fehlen eines klaren Personal- und Qualitätsrahmens und warnte, die Reform könnte die Betreuungsstandards schwächen. SPD-Sprecher Dennis Maelzer erkannte zwar Schäffers Engagement an, mahnte jedoch, sie könne das Gesetz wegen seiner polarisierenden Wirkung nicht allein prägen. Carlo Clemens von der AfD verurteilte die Verzögerungen und argumentierte, diese würden die Stagnation in den Kitas verlängern.

Gebauer spekulierte zudem, die Landesregierung wolle die Reform möglicherweise beschleunigt durchsetzen, um eine Debatte im Wahlkampf zu vermeiden.

Die KiBiz-Reform sieht sich nun mit massivem Widerstand von Erziehern und politischen Gegnern konfrontiert. Schäffer hält zwar an ihren Plänen fest, muss aber die Bedenken hinsichtlich Personalflexibilität und Qualität ausräumen. Die Diskussion wird voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen, während das Gesetz durch den legislativen Prozess geht.

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