12 February 2026, 16:59

Mainzer Karneval bricht Tradition: Erste Frau führt als Protokollchefin durch die 71. Revue

Ein Plakat, das ein Festival in München ankündigt und ein Gemälde einer Frau mit menschlichem Gesicht zeigt, umgeben von anderen Menschen und Bäumen, mit Text.

Frauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Karneval bricht Tradition: Erste Frau führt als Protokollchefin durch die 71. Revue

Die 71. Ausgabe von "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" bricht mit der Tradition – erstmals führt eine Frau als Protokollchefin durch das Programm

Die 71. Auflage der Kultveranstaltung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" hat Geschichte geschrieben: Mit Christina Grom übernimmt erstmals eine Frau die Rolle der Protokollchefin des fast 200 Jahre alten Karnevalsspektakels. Mit scharfem Witz und frischer Satire brachte sie neuen Schwung auf die Bühne. Die Revuespitzen richteten sich dabei gegen Politiker aller Couleur – von deutschen Spitzenkräften bis hin zum ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.

Groms Debüt als Protokollchefin markierte einen historischen Einschnitt für die Meenzer Fassenacht. Mit spitzer Zunge scherzte sie über die Wiedereinführung der Wehrpflicht und schlug vor, die Dienstpflicht per Losverfahren zu regeln. Auch der Vatikan blieb nicht verschont: Sie wünschte Papst Leo XIV. viel Erfolg bei der Gleichberechtigung der Frauen – und malte sich eine Papstin aus, die den Segen Urbi et Orbi erteilt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Satire kannten keine Gnade. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mussten sich die Spitzen genauso gefallen lassen wie Trump. Grom merkte an, der Himmel möge Trump doch "mit der Gutenberg-Bibel ordentlich eine scheuern" – eine typisch mainzerische Mischung aus lokalem Charme und globaler Politik.

Der langjährige Moderator Andreas Schmitt kehrte trotz einer geplanten Pause 2025 als "Hoher Altardiener" des Mainzer Doms zurück, um die Show zu beschließen. Auch Jürgen Wiesmann feierte sein 25. Jubiläum in der Rolle des beliebten Karnevalsoriginals Ernst Lustig. Während die Veranstaltung traditionell deutsche Politik im Fokus hatte, geraten zunehmend internationale Figuren wie Trump ins Visier der Spötter.

Die 71. Ausgabe endete mit Groms bahnbrechender Rolle und beißendem Spott. Schmitts Comeback und Wiesmanns Jubiläum setzten zusätzliche Glanzpunkte. Die Revue festigte einmal mehr ihren Ruf, Tradition mit mutiger politischer Satire zu verbinden – nun mit einem noch weiteren, globalen Blick.