17 January 2026, 15:56

Merz’ Tanz-Einladung an Lula sorgt für diplomatische Irritationen beim G20-Gipfel

Ein Mann im Anzug und Krawatte hält eine Rede an einem Rednerpult mit Mikrofon und sieht ernst aus.

Merz’ Tanz-Einladung an Lula sorgt für diplomatische Irritationen beim G20-Gipfel

Bundeskanzler Friedrich Merz gerät nach verbalem Fauxpas bei G20-Gipfel in die Kritik

Nach einem sprachlichen Missgriff während eines Treffens mit Brasiliens Präsident Lula beim G20-Gipfel sieht sich Bundeskanzler Friedrich Merz mit Kritik konfrontiert. Das rund 40 Minuten dauernde Gespräch nahm eine lockere Wendung, als die beiden Staatschefs scherzhaft über gemeinsames Tanzen sprachen. Merz’ direkter Redestil sorgt damit erneut für Aufsehen – während einige seine unvorbereiteten Äußerungen verteidigen.

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Auslöser war Lulas scherzhafte Einladung an Friedrich Merz, doch einmal nach Brasilien zu kommen, um Land, Küche und Tanzkultur kennenzulernen. Daraufhin soll der Kanzler begeistert geantwortet haben: „Super, beim nächsten Mal gehen wir zusammen tanzen!“ Die scheinbar harmlose Bemerkung passt jedoch in ein Muster, bei dem Merz oft frei von der Leber weg spricht – manchmal auf Kosten diplomatischer Feinheit.

Sein Team betonte später, das Gespräch sei lang und freundschaftlich verlaufen. Kritiker verwiesen hingegen auf Merz’ Neigung zu spontanen, mitunter unüberlegten Aussagen – und zogen Parallelen zu früheren Pannen wie dem erfundenen Zitat „Gleich geht’s los“, das fälschlich dem früheren Bundespräsidenten Heinrich Lübke zugeschrieben wurde. Tatsächlich stammte der Spruch vom Spiegel-Journalisten Ernst Goyke. Unterstützer halten Merz’ ungeschminkten Stil für erfrischend im Vergleich zu Politikern, die sich an vorbereitete Statements klammern. Experten jedoch verweisen auf elegantere Wege, Klischees zu vermeiden – etwa die präzise formulierte Rede des früheren US-Präsidenten Obama vor dem britischen Parlament.

Der Vorfall zeigt, wie schmal der Grat zwischen Spontanität und diplomatischem Takt in den internationalen Beziehungen ist. Das Treffen zwischen Merz und Lula endete versöhnlich – inklusive Plänen für einen gemeinsamen Tanz in der Zukunft. Vorerst bleibt der Kanzlers unkonventionelle Art ein prägendes Merkmal seines öffentlichen Auftretens.