09 March 2026, 06:26

Neue Westerwelle-Doku in der ARD: Ein intimer Blick auf Macht und Schicksal

Ein deutscher Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Textinformationen zur Partei.

"Westerwelle" - Ein Film gegen das Vergessen - Neue Westerwelle-Doku in der ARD: Ein intimer Blick auf Macht und Schicksal

Neue Doku Westerwelle in der ARD: Zehn Jahre nach dem Tod des ehemaligen Außenministers

In der ARD ist eine neue Dokumentation mit dem Titel Westerwelle uraufgeführt worden – genau zehn Jahre nach dem Tod des früheren Außenministers Guido Westerwelle. Der Film blickt auf sein Leben und seine politische Karriere zurück und lässt dabei Weggefährten zu Wort kommen, die ihn besonders nah kannten. In diesem Jahr wäre Westerwelle 64 Jahre alt geworden – ein Alter, in dem viele Politiker noch Spitzenämter bekleiden.

Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen Westerwelles Jahre als Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP) und als deutscher Außenminister von 2009 bis 2013. Erstmals veröffentlicht werden darin Tonaufnahmen von Gesprächen, die er 2014 mit dem Journalisten Dominik Wichmann führte. Auch sein Ehemann, Michael Mronz, teilt persönliche Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben und Westerwelles letzte Monate im Kampf gegen den Krebs.

Die meisten Stimmen im Film stammen von Westerwelles FDP-Parteikollegen, während andere politische Akteure kaum zu Wort kommen. Vertreter der ehemaligen Koalitionspartner CDU/CSU fehlen gänzlich. Auch auf eine Auseinandersetzung mit seinem politischen Erbe oder aktuellen Debatten verzichtet der Film – obwohl ehemalige Diplomaten und Außenminister zu sehen sind.

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Seit Westerwelles Tod kämpft die FDP um ihre politische Relevanz in Deutschland. Bei der Bundestagswahl 2013 scheiterte die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde und hat seither Schwierigkeiten, wieder Fuß zu fassen. In Baden-Württemberg liegt sie in aktuellen Umfragen bei nur noch 4,5 Prozent – und riskiert damit 2026 den Einzug in den Landtag zu verpassen. Ein steiler Abstieg im Vergleich zu den 10,5 Prozent, die sie 2021 noch erreichte.

Unterdessen hat sich die Koalitionslandschaft in Deutschland gewandelt. Auf Bundesebene regiert seit 2021 die "Ampel"-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. In Baden-Württemberg bilden Grüne und CDU seit 2016 eine bis dahin unerprobte "schwarz-grüne" Regierung – ein Zeichen für den Aufstieg der Grünen, die sich neben CDU/CSU und SPD als dritte Kraft etabliert haben.

Die Dokumentation wirft einen persönlichen Blick auf Westerwelles Leben, lässt aber eine tiefergehende politische Einordnung vermissen. Seine Partei, einst ein zentraler Player in der Bundespolitik, steht heute vor einer ungewissen Zukunft. Der Film erinnert daran, welchen Einfluss Westerwelle in einer Zeit hatte, als die FDP noch maßgeblich die Geschicke des Landes mitbestimmte.

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