25 February 2026, 14:38

Neuer Präsident bringt Stabilität ans Oberverwaltungsgericht Münster

Eine Gruppe von Menschen auf einer Bühne mit einem Rednerpult, Luftballons und Konfetti, mit Sternen und einem Vorhang im Hintergrund.

Nach Machtkampf um OVG-Spitzenplatz: Günther offiziell im Amt - Neuer Präsident bringt Stabilität ans Oberverwaltungsgericht Münster

Carsten Günther hat das Amt des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Münster übernommen und damit eine seit Langem vakante Position besetzt. Seine Ernennung folgt auf Jahre der Unsicherheit nach dem Ausscheiden der bisherigen Präsidentin Ricarda Brandts im Jahr 2021. Die Führungsrolle war seitdem unbesetzt geblieben, da ein streitiger Konflikt zwischen Gerichten und einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss die Neubesetzung verzögerte.

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Günthers juristische Laufbahn umfasst mehr als zwei Jahrzehnte. Seine Karriere begann er im Jahr 2000 am Verwaltungsgericht Köln, bevor er temporäre Abordnungen ins Bundesjustizministerium, die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen und das NRW-Justizministerium antrat. Zwischen 2009 und 2013 wirkte er als Richter am Oberverwaltungsgericht Münster – genau jenem Gericht, dem er nun vorsteht.

Vor seiner aktuellen Position war Günther am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sowie am Verwaltungsgericht Düsseldorf tätig. Seine Rückkehr nach Münster erfolgt nach einer turbulenten Phase für die Institution. Vier Jahre lang wurde das Gericht von zwei Vizepräsidenten kommissarisch geleitet, die unter anderem mit bedeutenden Verfahren betraut waren, etwa der Klage gegen die Einstufung der AfD durch das Bundesamt für Verfassungsschutz.

Die Verzögerung bei der Besetzung der Präsidentenstelle resultierte aus einem erbitterten Streit, der sich durch mehrere Instanzen zog und sogar einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss nach sich zog. Günther übernahm das Amt schließlich im vergangenen Sommer und brachte damit Stabilität in die Institution.

Nach Jahren der Übergangsregelung hat das Gericht nun wieder eine dauerhafte Führungspersönlichkeit. Günthers umfangreiche Erfahrung im Verwaltungsrecht und seine frühere Tätigkeit am Münsteraner Gericht qualifizieren ihn für die Leitung der Behörde. Seine Präsidentschaft folgt auf eine Phase, die von prominenten Verfahren und institutioneller Unsicherheit geprägt war.