04 February 2026, 06:39

NRW führt verpflichtende ABC-Kurse für Kinder mit Sprachdefiziten ein – doch Schulen warnen vor Überlastung

Eine Gruppe von Menschen, einige mit Taschen, geht vor einem großen weißen Gebäude mit Fenstern und Türen vorbei, umgeben von Bäumen unter einem klaren blauen Himmel.

NRW führt verpflichtende ABC-Kurse für Kinder mit Sprachdefiziten ein – doch Schulen warnen vor Überlastung

Nordrhein-Westfalen plant verpflichtende "ABC-Kurse" für Kinder mit Sprachdefiziten

Nordrhein-Westfalen will für Kinder, die in frühen Sprachtests schlechte Ergebnisse erzielen, verpflichtende "ABC-Kurse" einführen. Ziel der Maßnahme ist es, sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler mit ausreichenden Deutschkenntnissen die Schule beginnen. Kritiker warnen jedoch, dass die Regelung Schulen zusätzlich belasten könnte, die bereits unter Personalmangel und Platznot leiden.

Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) betont, dass kein Kind ohne grundlegende Deutschkenntnisse eingeschult werden solle. Künftig müssen Kinder, die in den Sprachtests scheitern, vor dem Eintritt in die Grundschule vorbereitende Kurse besuchen. Schulleitungen verweisen jedoch auf praktische Hindernisse – etwa fehlende Räumlichkeiten in vielen Gebäuden.

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Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) schlägt eine Alternative vor: ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr mit zusätzlichem Personal und Unterstützung durch Hochschulen. Dies würde, so die Argumentation, den Druck auf die Schulen verringern. Auch der Transport der Kinder zwischen Kitas und Schulen für die ABC-Stunden wirft logistische Probleme auf – manche halten das Vorhaben schlicht für undurchführbar.

Für die Kommunen kommt eine weitere Herausforderung hinzu: Das Land erwartet die Umsetzung der Pläne ohne zusätzliche Mittel für Infrastruktur oder Personal. Experten warnen, dass die Maßnahme ohne ausreichende Ressourcen die Belastung lediglich von den Kitas auf die Grundschulen verlagert. Solange Räume und qualifizierte Lehrkräfte fehlen, könnten die ABC-Kurse undurchführbar bleiben – und die Frustration unter Pädagoginnen und Pädagogen weiter verschärfen.

Die geplanten ABC-Kurse sollen Sprachlücken schließen, bevor Kinder eingeschult werden. Doch ohne zusätzliche Finanzierung oder Personal könnten Schulen Mühe haben, die neue Vorgabe umzusetzen. Ob das Vorhaben gelingt, hängt davon ab, ob die aktuellen logistischen und finanziellen Hürden überwunden werden.