NRW gedenkt der Opfer des Hanau-Anschlags mit Demonstrationen und Mahnwachen
Edeltrud WagnerNRW gedenkt der Opfer des Hanau-Anschlags mit Demonstrationen und Mahnwachen
In Städten überall in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben Gedenkveranstaltungen an den Jahrestag des Hanau-Anschlags erinnert. Am 19. Februar 2020 ermordete ein rechtsextremer Attentäter neun Menschen in Shisha-Bars, tötete anschließend seine Mutter und nahm sich selbst das Leben. Die Bluttat zählt zu den schwersten rechtsterroristischen Verbrechen in Deutschland seit Jahrzehnten.
In Köln beteiligten sich fast 1.000 Menschen an einem Marsch durch die Stadt – deutlich mehr als die erwarteten 500 Teilnehmer. Die Veranstaltung ehrte die Opfer und rief zu anhaltender Wachsamkeit gegen Rassismus auf.
In Bochum organisierte das städtische Integrationsbüro eine Gedenkfeier im Bermudadreieck, dem bekannten Ausgehviertel. Der Ort wurde bewusst gewählt, um den Kontrast zwischen Lebensfreude und der zerstörerischen Wirkung des Anschlags zu verdeutlichen.
Rund 300 Menschen versammelten sich in Aachen zu einer Kundgebung und einem Marsch, angeführt von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Sie forderten Konsequenzen und warnten vor der zunehmenden Akzeptanz rassistischer und faschistischer Ideologien.
Auch andere Städte in NRW gedachten der Opfer: Im Essener Grillo-Theater gab es eine Lesung, in Düsseldorf wurden eine Ausstellung und Diskussionsrunden veranstaltet. Weitere Veranstaltungen sind in den kommenden Tagen geplant, unter anderem in Münster und Dortmund.
Bei dem Anschlag kamen zunächst neun Menschen in zwei Shisha-Bars ums Leben: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Der Täter tötete später seine Mutter und sich selbst. Ein zehntes Opfer, Ibrahim Akkuş, erlag im Januar 2023 seinen schweren Spätfolgen, ein elftes Opfer starb im Januar 2026 an den langfristigen gesundheitlichen Folgen des Anschlags.
Die Gedenkveranstaltungen in ganz NRW zeigen die anhaltenden Bemühungen, der Opfer zu gedenken und sich dem Rechtsextremismus entgegenzustellen. Mit weiteren geplanten Events setzen sich die Gemeinden weiterhin für die Erinnerung an die Verstorbenen und für gesellschaftlichen Wandel ein. Die Gesamtzahl der Todesopfer beläuft sich mittlerweile auf elf, einschließlich des Täters und seiner Mutter.
