NRW-Hochschulen: Immer mehr Frauen erobern Führungspositionen und Professorenstellen
Wieslaw JähnImmer mehr Frauen führen Universitäten in NRW - NRW-Hochschulen: Immer mehr Frauen erobern Führungspositionen und Professorenstellen
Nordrhein-Westfalen (NRW) verzeichnet seit einem Jahrzehnt einen stetigen Anstieg von Frauen in Führungspositionen an Hochschulen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass mittlerweile 41,7 Prozent der Leitungsfunktionen mit Frauen besetzt sind – ein deutlicher Zuwachs gegenüber nur 18,9 Prozent im Jahr 2013. Damit liegt NRW über dem Bundesschnitt von 35,1 Prozent und markiert einen bemerkenswerten Wandel in der geschlechtsspezifischen Repräsentation.
Auch der Anteil der Professorinnen in NRW ist von etwa 18 Prozent (2013) auf 28 Prozent (2023) gestiegen. Allerdings verlaufen die Entwicklungen je nach Fachbereich unterschiedlich: In den Geisteswissenschaften liegt der Frauenanteil unter den Professor:innen bei 46,3 Prozent, während der Ingenieurbereich nach wie vor stark männlich dominiert ist – hier sind nur 17,7 Prozent der Professorenstellen mit Frauen besetzt.
In traditionell männlich geprägten Fächern gibt es dennoch Fortschritte. In den Ingenieurwissenschaften stieg der Frauenanteil von 11 auf 20 Prozent, im Maschinenbau allein von 6 auf 14 Prozent. Auch die Naturwissenschaften verzeichneten eine Steigerung von 19 auf 29 Prozent Professorinnen, während die Physik einen Anstieg von 12 auf 22 Prozent verzeichnete.
Trotz dieser Erfolge bleiben Frauen in zentralen Bereichen unterrepräsentiert. In Mathematik und Naturwissenschaften liegt der Professorinnenanteil bei nur 23,4 Prozent, in Wirtschaftswissenschaften bei 25,6 Prozent und in der Rechtswissenschaft bei 27,2 Prozent. Aktuell werden 15 der NRW-Hochschulen von Rektorinnen oder Präsidentinnen geleitet – ein Zeichen für den allgemeinen Trend in Führungspositionen.
Wissenschaftsministerin Ina Brandes (NRW) betonte, dass die Kompetenzen von Forscherinnen stärker anerkannt und genutzt werden müssten. Die Daten, die auf Erhebungen des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW sowie den CHE-Rankings basieren, zeigen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Lücken auf.
Die Zahlen belegen einen deutlichen Aufwärtstrend bei der Repräsentation von Frauen an NRW-Hochschulen, insbesondere in Führungspositionen. Dennoch bestehen nach wie vor erhebliche Ungleichheiten, etwa in den Ingenieurwissenschaften, der Mathematik und den Wirtschaftswissenschaften. Das Land setzt sich weiterhin für eine größere Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft ein und baut auf den Errungenschaften der vergangenen zehn Jahre auf.
