NRW startet Bau neuer Gaskraftwerke – Kohleausstieg bis 2030 rückt näher
Ariane RosenowNRW startet Bau neuer Gaskraftwerke – Kohleausstieg bis 2030 rückt näher
Nordrhein-Westfalens lange erwartete Kraftwerksstrategie kommt nach monatelanger Verzögerung endlich voran
Die Landesregierung hat am 14. November 2025 die notwendige Zustimmung des Bundes erhalten und ebnet damit den Weg für den Bau neuer Gaskraftwerke. Diese Anlagen sollen ab dem 1. April 2030 die letzten Kohlekraftwerke der Region ersetzen und bei Engpässen in der erneuerbaren Energieversorgung als Reserve dienen.
Ursprünglich waren die Ausschreibungen für die neuen Kraftwerke bereits in diesem Jahr geplant gewesen, doch zähe Verhandlungen verzögerten die Entscheidung bis Ende 2025. Der nun verabschiedete Plan orientiert sich eng an den Zielen der Vorgängerregierung: Ab 2026 sollen Ausschreibungen für mindestens acht Gigawatt moderner Gaskapazität erfolgen.
Energieunternehmen wie Uniper, RWE und Steag Iquoni haben bereits konkrete Baupläne vorgelegt. Allein in Nordrhein-Westfalen könnten fünf Gigawatt der neuen Kapazität entstehen – an sieben Standorten sind Kraftwerke vorgesehen. Einer der bestätigten Standorte ist Hamm, wo das Gaskraftwerk des Energieversorgers Trianel – teilweise finanziert vom Schweizer Unternehmen BKW – die bestehende Anlage in Hemm ersetzen soll. Der Bau der neuen Anlage ist in nur 21 Monaten geplant.
Bevor jedoch Fördergelder fließen können, muss die Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission in Brüssel das Vorhaben prüfen und genehmigen. Ministerpräsident Hendrik Wüst begrüßte die Einigung mit dem Bund sowohl zum Industriestrompreis als auch zur Kraftwerksstrategie. Nun gelte es, die Beschlüsse der Koalition zügig in Gesetzesform zu gießen – ohne weitere Verzögerungen.
Die neuen Gaskraftwerke sollen als Brückentechnologie dienen, wenn Wind- und Solarstrom ausbleiben, und so den Kohleausstieg bis 2030 ermöglichen. Mit den für 2026 geplanten Ausschreibungen sind die Unternehmen bereit, unmittelbar nach der EU-Genehmigung mit dem Bau zu beginnen. Entscheidend ist nun, die Strategie rechtzeitig umzusetzen, um die engen Fristen einzuhalten.






