Otto revolutioniert Logistik mit KI-gesteuerten Robotern in Echtzeit
Ariane RosenowOtto revolutioniert Logistik mit KI-gesteuerten Robotern in Echtzeit
Die Otto Group hat sich mit Swisslog und weiteren Technologiepartnern zusammengeschlossen, um ein KI-gestütztes System für intelligenteres Lagermanagement zu entwickeln. Die neue Plattform wird Roboter in Echtzeit koordinieren und Logistikzentren dabei helfen, schneller auf Nachfragespitzen zu reagieren. Der erste Pilotstandort geht im Hermes-Fulfillment-Lager in Löhne, Deutschland, an den Start.
Automatisierte Lager setzen bereits Roboter für Sortier- und Stapelarbeiten ein, doch die Vernetzung verschiedener Systeme blieb bisher eine Herausforderung. Um dies zu lösen, arbeitet die Otto Group mit Nvidia und Reply an einer zentralen KI-Steuerungsebene. Diese Robotic Coordination Layer (Roboter-Koordinationsschicht) übernimmt die Echtzeit-Kommunikation und Navigation für Roboterflotten und ist gleichzeitig mit der Lagerverwaltungssoftware verknüpft.
Das System basiert auf einem digitalen Zwilling – einer virtuellen Kopie des Lagers –, der die Position und Bewegung jedes Roboters erfasst. Daten aus Reality-Capture-Tools und Sensormessungen von Maschinen wie dem Roboter Spot von Boston Dynamics fließen in dieses Modell ein. Betreiber können so Layouts digital umgestalten, Simulationen für Stoßzeiten durchführen und Arbeitsabläufe optimieren, ohne physische Änderungen vornehmen zu müssen. Die Technologie von Nvidia bildet das Backend: Mit den Omniverse-Bibliotheken für 3D-Modellierung und der Isaac-Plattform für Roboter-KI. Die gesamte Infrastruktur läuft auf der Cloud-Plattform von Google. Nach dem Testbetrieb bei Hermes Fulfillment soll das Konzept auf weitere Logistikstandorte der Otto Group übertragen werden.
Ziel des neuen KI-Systems ist ein vollständig anpassbares, ferngesteuertes Lagernetzwerk. Durch die Kombination aus Echtzeit-Roboterkoordination und digitalen Simulationen könnte die Plattform Verzögerungen verringern und den Betrieb effizienter skalieren. Die erste Implementierung in Löhne dient als Vorbild für künftige Automatisierungsprojekte.
